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Pierre Bordage: Terra Mater

cover terramaterInhalt lt. Buch: Die ferne Zukunft: Die Menschheit hat sich über den Spiralarm der Galaxis ausgebreitet und eine riesige Konföderation, bestehend aus über hundert Planeten, geschaffen. Doch die Scaythen - skrupellose Wesen, die mit der Kraft ihrer Gedanken töten können - haben diese Konföderation unterwandert, die ehemaligen Hochstätten der Kultur liegen brach, die Herrschergeschlechter sind entmachtet oder ausgelöscht. Mit Hilfe der Scaythen konnte die "Kirche des Kreuzes" ihre Macht manifestieren und feiert nun ihren grausamen Siegeszug ... Doch es besteht eine letzte Hoffnung: Die alten Legenden von den Kriegern der Stille leben wieder auf - diese mythischen Wesen scheinen wirklich zu existieren. Aber konnten sie wirklich den Scaythen mit der spirituellen Kraft ihrer Gedanken entkommen? Und wohin sind sie geflohen? Ein kleiner Junge namens Jek At-Skin trägt die Wünsche und Hoffnungen der letzten Weisen in sich. Er macht sich auf nach Terra Mater, dem geheimnisvollen Planeten, auf dem alles seinen Ursprung hatte. eine atemberaubende Reise beginnt ...

Pierre Bordage: Terra Mater

OT: Terra Mater (Fr., 1998); Heyne Verlag 01/2009; ca. 542 Seiten, ISBN 978-3-453-52409-5 Übersetzung: Ingeborg Ebel; Ausstattung: Trade Paperback, geprägter Autorenname, Glossar

Geamteindruck: [*****]

Meine Begeisterung für diesen Zyklus habe ich beim ersten Band, Die Krieger der Stille, bereits kund getan. Was den zweiten Band betrifft, hält meine Freude an. Der Zyklus bleibt so monumental wie er angefangen hat, hält locker mit den Weltenentwürfen von Frank Herbert oder Alastair Reynolds mit, übertrifft an absurder Buntheit beide.

Die Leichtigkeit, mit der hier zehntausende Personen zugleich umgebracht werden, das Schicksal von Millionen Menschen ins Fatale kippt oder Zeit und Raum auf den Kopf gestellt werden, verblüfft immer wieder. Bordage schert sich nicht darum, dem ganzen Geschehen einen ausführlichen wissenschaftlichen Hintergrund zu geben, er trägt nur Sorge, das die Geschehnisse innerhalb ihres Rahmens glaubwürdig bleiben. Die wilden und zahlreichen Handlungsfäden des ersten Buches werden aufgenommen, neu verknotet oder entwirrt, ein Haufen Stränge wird gekappt und durch Neue ersetzt.

Quietschbunte Weltraum-Esoterik

Dieses Buch entwickelt einen Hang, die Geschichte in eine mythologisch motivierte Richtung weiterzutreiben, schon fast bis an die Grenzen des esoterischen Unfugs. Ein Autor mit einem Hauch weniger Kontrolle über seinen Stoff wäre ins peinliche abgeglitten, aber Bordage hat keinerlei Probleme, die mythisch-esoterischen Elemente nahtlos in seine Space Opera einzugliedern.

Die Bücher dieses Zyklus kann man auf zweierlei Arten lesen: Entweder rein als gewaltige, farbenfrohe Space Opera, oder als gut getarnte, sozialkritische Science Fiction, die durch ihre Art der maßlosen Übertreibung entblößt, was sie kritisieren möchte. Hübsche Sache, das der Autor seinen Lesern die freie Wahl läßt.

Wie gesagt, ich bin von dieser quietschbunten Space Opera angetan. Sie ist wirklich monumental, schwingt sich, befreit von den Einschränkungen eines wissenschaftlichen Unterbaus, fröhlich durch ein monströses Universum und entwirft bizarre Welten, wie sie beinahe eines Terry Pratchett würdig sind. Die Bücher stecken voller schnuckeliger Details, die für sich keine Rolle spielen, aber zur Buntheit enorm beitragen. Auch fehlt diesem Zyklus die vollkommene Humorlosigkeit, die so manch andere Space Opera auszeichnet. Ein wohltuender Unterschied!

Ich freue mich auf Band 3!

Kurz gesagt:

  • monumentale Space Opera
  • Detailreich, bombastisch, randvoll mit Action
  • fesselndet, verwickelte Handlungsstränge

Fazit: Großartige Space Opera

Zu meiner Überraschung habe ich übrigens entdeckt, das Pierre Bordage auch als Drehbuchautor an zwei Filmen mitgewirkt hat. An Dante 01 sowie an Eden Log. Besprechungen dieser Filme auf den jeweiligen Seiten.



Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, ect. sind jederzeit willkommen.