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Michael Laimo: Dämonenfeuer

Daemonenfeuer CoverInhalt laut Buch: Nach fast 20 Jahren muss Pater Anthony Pilazzo aus seiner Kirche ausziehen. Ein vertragliches Schlupfloch ermöglicht es der Stadt, die Kirche zu schließen, dem Erdboden gleichzumachen und stattdessen ein lukratives Wohn- und Bürogebäude zu errichten. ... Doch beim Abriss tritt etwas zutage, dass nie gefunden werden sollte: eine geheimnisvolle Kiste, tief unter dem Pfarrhaus vergraben. Plötzlich gerät die Normalität aus den Fugen: Eine Welle unerklärlicher Gewalt breitet sich in der Stadt aus; in der Kirche häufen sich grauenhafte Phänomene; Vater Pilazzo wird von Visionen heimgesucht. ... Alles deutet darauf hin, dass ein uralter Krieg neu entflammt. Die einzige Waffe im Kampf gegen das Böse ist eine mysteriöse Reliquie - die jedoch nur in den Händen eines Menschen ohne Sünde ihre Macht entfalten kann ...



Michael Laimo: Dämonenfeuer

(OT: Fires Rising; 2008) Otherworld 2010; 269 Seiten; ISBN 978-3-8000-9519-3; Übersetzung: Michael Krug; Ausstattung: Trade-Format; Klappbroschur; geprägter Titel

Überraschungspaket

Dämonenfeuer birgt eine Überraschung: Hinter dem zurückhaltenden Cover und der beinahe Exorzist-artigen Inhaltsangabe, die auf einen Mysterythriller hinarbeitet, steckt ein handfester Splatterroman! Blutfontänen, Bessessenheit, Verstümmelungen, sich verbreiternder Wahnsinn. Juhu, das ist unerwartet und höchst willkommen.

Priester und Dämon ist eine Kombination, die natürlich zuerst auf Exorzist verweist. Aber Laimo hat nach etwas ganz anderem gezielt. Sein Vorbild war viel eher der wunderbar trashige John Carpenter Film Prince of Darkness (Fürsten der Finsternis). Buch und Film teilen sich einige gemeinsame Momente gloriosen Trashs: Die einsame Kirche inmitten der Großstadt, die unvermuteten Gewaltausbrüche, die Bessessenheit, die Gruppe in der Kirche eingesperrter Menschen, der ringsum zu Tage tretende Wahnsinn und vor allem natürlich die bedrohliche Stimmung.

Zwar hören damit die Parallelen auch schon wieder auf. Laimo setzt eine ganz andere Art von Personal ein, passend zur Geschichte spielen hier vorwiegend Arbeiter und Außenseiter der Gesellschaft die Hauptrolle. Laimo schert sich nicht viel um Begründung, psychologischen Tiefsinn oder sontige, pitzelige Details. Er schreibt mit Vollgas drauf los und konzentriert sich auf die handfesten Auseinandersetzungen, auf den körperbetonten, greifbaren Horror.

Dämonen, Blut, Eingeweide

Bodyhorror, der eines frühen John Carpenter würdig ist. Hm, auch King war einmal so, schon lange her. Laimo macht unheimlichen Spaß. Das Buch ist stimmig, schnell zu lesen und hat ein ziemlich befriedigendes Ende, das mit der Möglichkeit einer Fortsetzung spielt, aber die Geschichte auf jeden Fall mit der letzten Seite abschließt.

Gut geschrieben und direkt vornehm gestaltet, wenn man den deftig derben Inhalt bedenkt. Keine überzähligen Psycho-Anal-ysen, um die Grausamkeiten zu rechtfertigen. Es ist simpel: Wenn der Alte Sack von oben und das kleine Arschloch von unten in Streit geraten, dann fliegen die Fetzen Körperteile. Und was da alles abgeht, kann man entspannt und mit wohligem Ekel in diesem Buch nachlesen.

Kurz gesagt:

  • deftiger Splatterroman

  • ein Heidenspaß

  • Cronenberg und Carpenter grüßen

Fazit: absolut das richtige Buch für das vergnügliche Gemetzel zwischendurch

Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, etc. sind jederzeit willkommen.