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Michael Flynn: Der Fluss der Sterne

cover flynnMichael Flynn: Der Fluss der Sterne

(OT: The Wreck of The River of Stars, 2003)  Heyne Vlg, Trade Pb; 03/2008, ca. 797 Seiten; 978-3-453-52367-8 Übersetzung: Andreas Brandhorst

Die River of Stars war ein Luxusliner, dessen Weg kein guter war und so wurde aus dem edlen Schiff für Reiche und Dekadente, mit prächtigem Magnetsegelantrieb, ein simpler Transporter, bis ein Unfall geschah und ...

... ich aufgehört habe, das Buch zu lesen. Jups. Das ist ein Roman, der so gerne eine klassische Space Opera wäre. Prächtig und grandios und monumental. Leider ist der Schinken keines von diesen Dingen.

Was es ist: Das Werk eines Autors, der sich redlich bemüht, den Stil der Klassiker zu imitieren, ohne eine eigene Sprache zu finden. Heraus kommt dabei ein merkwürdig anmutende Sprache, die mühsam zu lesen ist, weil sie veraltet klingt.

Ich kann echt nicht sagen, ob es die Absicht von Flynn war, so altmodisch daherzukommen oder ob es ihm einfach aus Ahnungslosigkeit passiert ist. Wenn ich weiss, ich lese ein altes Buch, dann passt diese Sprache. Aber bei einem neuen Roman wie diesem ist sie ob ihrer aufgesetzten Form ziemlich fehl am Platz.

Von der Grandezza einer Space Opera ist auch nicht viel zu bemerken, weil die Geschichte irgendwie kleingeistig daherkommt. Das Milieu würde schon passen, aber was das Buch zumindest am Anfang abliefert, ist eine Sammlung von traurigen Lebensgeschichten nicht sonderlich sympathischer Crewmitglieder. Das macht die Sache etwas schwer zu lesen.
Zurück zur Sprache: Wir haben hier die Bemühungen des Autors, berühmte Vorbilder zu imitieren, dann aber über haarsträubende Worte zu stolpern - wobei ich nicht sicher bin, ob sich da der Übersetzer nicht vertan hat:

"...downloadete..." Das ist Scheisse. Das ist kein Wort, es passt weder in die bemüht altmodische Form des Romans noch würde es in eine andere Space Opera passen, eine, die technisch ausgereifter daherkommt und nicht so wirkt, als hätte der Autor diverse technische Begriffe nur mit Mühe ausgedacht, weil er es eben muss für diese Art Roman.

Ich habe eigentlich relativ viel Geduld, weil es oft genug vorkommt, das sich hinter einem nicht so guten Stil eine tolle Geschichte finden lässt. Aber dieses Buch hat mich trotzdem nicht gefesselt und schon die ersten 50 Seiten waren öde und quälend. Mag sein, der Roman hebt doch noch ab und wird ein Reisser. Ich werde es nicht mehr fertiglesen, weil so viele andere Bücher auf mich warten und ohnehin nicht genügend Zeit bleibt, alles zu lesen, was man möchte.

Im übrigen stört es mich, das dieses Buch zu einem Ziegel aufgebläht wurde, indem man einfach die Schrift grösser gesetzt hat als nötig. Diese Form des Schummelns wäre wirklich nicht nötig gewesen.

Fazit: leider verzichtbar