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Matt Ruff: Bad Monkeys

cover ruff badmonkeysMatt Ruff: Bad Monkeys

(OT: Bad Monkeys, 2008) Hanser 2008, ca. 252 Seiten, Hardcover 978-3-446-230026 Übersetzung: Giovanni und Ditte Bandini

Einer der wenigen Fälle, wo im Klappentext ein vergleichender Spruch steht, der nichtmal so verkehrt ist - Zitat: "Wer an Philip K. Dick, Pynchon, Comics jeglicher Art und Matrix-Filme denkt, liegt auf jeden Fall nicht falsch." Zitat Ende. Oh, wie wahr.

Jane Charlotte ist eine Mörderin, das gibt sie unumwunden zu. Sie sitzt in der psychiatrischen Abteilung des Gefängnisses in Las Vegas und erzählt. Aber was für haarsträubende Dinge! Sie ist Mitglied einer Geheimorganisation ohne Namen und arbeitet dort für eine Unterabteilung namens Die Abteilung für die finale Ausschaltung nicht zu rettender Personen - kurz: Bad Monkeys.

Als Teenager tötet sie den Hausmeister ihrer Schule, einen Serienmörder und wird viele Jahre später von den Bad Monkeys rekrutiert und stolpert in der Folge von einem merkwürdigen Auftrag zum nächsten. Die Frage, die sich nicht nur der Psychiater stellt ist jedoch, ob auch nur ein einziges Wort der Geschichte wahr sein kann.

Köstliches Buch voll haarsträubender Unsinnigkeiten, die allesamt einer eigenen Logik folgen und mehr als nur einmal vollkommen aus der Realität in die Science Fiction abheben, obwohl der ganze Zirkus doch ziemlich bodenfest zu sein scheint. Das Buch spielt sich zwischendurch mit nicht wirklich wichtigen, aber sehr netten Andeutungen und Zitaten, ist flott und leicht zu lesen und verbreitet erheiterndes Unglauben.

Matt Ruff ist ein Spinner, der es versteht, gute und originelle Geschichten zu erzählen. Wer es genau wissen will, kann sich auch über seine vorherigen Bücher hermachen, sie sind allesamt als Taschenbücher erhältlich. Das bekannteste ist Fool on the Hill., das vorletzte Buch war Ich und die anderen. Bad Monkeys ist, meiner Meinung nach, sein am leichtesten lesbares und spassigstes Buch. Science Fiction der absonderlichen Art.

Es scheint eindeutig, das Ruff den unverkennbar zitierten Philip K. Dick aufmerksam gelesen und genossen hat. Er konstruiert seine Geschichte auf dieselbe Art, haarsträubenden Unfug vollkommen glaubwürdig darbringen, den Leser aber wissen lassend, das er ihn fröhlich auf die Schaufel nimmt ohne zu verspotten. Oder vielleicht doch ganz anders oder gar nicht und überhaupt.

Was im übrigen im obigen Zitat fehlt ist ein Hinweis auf den Terry Gilliam Film Twelve Monkeys. Das Buch hat zwar überhaupt nichts damit zu tun, doch die beiden teilen sich die schräge Ernsthaftigkeit und den hintergründigen Humor.

Es sei an dieser Stelle noch auf den Schluss hingewiesen, der ganz anders ist als erwartet und den Leser vollendes irritiert und kopfkratzend zurücklässt. Wirklich ein Vergnügen.

Fazit: Absolut empfehlenswerter Nonsens auf hohem Niveau.