Inhalt lt. Buch: Welche Nation bricht zuerst in das Sonnensystem auf? Als China mit einem Raumschiff Kurs auf den Mars nimmt, stellen sich die USA der Herausforderung und starten selbst ihre Rakete. Unbemerkt von den Großmächten jedoch, macht sich noch ein drittes Schiff startfertig: Die Roter Donner. Gebaut wurde es von einem Ex-Astronauten, einem wissenschaftlichen Genie und vier Teenagern, die alle ein Ziel vereint: innerhalb von wenigen Tagen auf den Mars zu kommen. Ein atemberaubendes Rennen nimmt seinen Lauf ...
John Varley: Roter Donner
OT: Red Thunder (2003); Heyne Tb 07/2009; ca. 544 Seiten; ISBN 978-3-453-52582-5; Übersetzung: Ronald M. Hahn
Gesamteindruck: [**]
Als erste schaffen es die Chinesen, ein bemanntes Schiff ins Weltall zu schicken, das den Mars erreichen soll. Ein ehemaliger Astronaut, ein zurückgebliebenes Genie mit tragischer Geschichte und vier Teenager wollen die Chinesen übertrumpfen und machen sich daran, selbst ein Schiff zu basteln(!)
Was habe ich verblüfft und ungläubig geschmunzelt. Das Buch liest sich wie eine Geschichte, die ich mir selbst als Teenager ausgedacht und niedergeschrieben hätte. Der Roman ist absolut kindischer Unfug, der die amerikanische Flagge und den amerikanischen Erfindergeist hochleben lässt und ein bisschen heftig auf die Chinesen eindrischt.
Das Gesetz des Zufalls
Wie praktisch, das der zurückgebliebene Schützling des Ex-Astronauten per Zufall eine billigst herstellbare, unerschöpfliche, extrem starke Energiequelle erfindet. Wie praktisch, das zwei der Teenager immer schon Astronauten werden wollten. Wie praktisch, die Freundin des ärmeren Jungen hat Zugriff auf verflucht viel Geld. Wie praktisch, die zweite Freundin unterzieht sich einer ärztlichen Ausbildung.
In der Tat, sehr praktisch, das alles. Denn nicht nur, das die Gruppe das chinesische Raumschiff einholen, überholen und am Mars begrüßen will und die ganze Reise dorthin innerhalb weniger Tage zu absolvieren trachtet (so lange eben, wie man Tiefkühlpizza essen kann), nein, da ist auch noch das offizielle amerikanische Raumschiff, das natürlich in Schwierigkeiten gerät und dem es in einem nur mehr als lächerlich zu bezeichnenden Manöver zu helfen gilt. Wie praktisch, das die medizinische Versorgung gewährleistet ist.
Quatsch ohne Soße
Nichts gegen quietschbunten Unfug, für sowas bin ich fast immer zu haben. Aber so haarsträuben unglaubwürdig und voller Klischees muß ich es auch nicht um die Ohren geschlagen bekommen, danke. Ich habe das Buch zu Ende gelesen, weil die Deppen erst beträchtlich nach der Hälfte des Romans zum Mars fliegen, alles andere davor sind irdische Absurditäten. Und ja, ich habe es bis zur letzten Seite gelesen, auf der dann auf die 04/2010 erscheinende Fortsetzung hingewiesen wird.
Grrr... ich werden Quatsch vermutlich auch noch lesen, weil ich wissen will, wie doof die Sache noch wird. So gesehen hat John Varley sein Ziel erreicht, oder?
Kurz gesagt:
- haarsträubend dumm
- unglaubwürdig, voller Klischees
- trotzdem unterhaltsam
Fazit: Wenn grad nichts besseres am Nachtkasten liegt, sonst gerne verzichtbar
Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, ect. sind jederzeit willkommen.