Inhalt lt. Buch: Die ferne Zukunft: Das Ehepaar John und Jane Perry wird im interstellaren Kampf gegen außerirdische Mächte dazu auserwählt, den fremden Planeten Roanoke zu kolonialisieren. An Bord des Raumschiffs Magellan machen sie sich zusammen mit ihrer Adoptivtochter Zoe, deren außerirdischen "Leibwächtern" Hickory und Dickory sowie zweitausend weiteren Siedlern auf den Weg. Zoe schließt schnell Freundschaft mit einer Gruppe Teenager, und im attraktiven Enzo findet sie sogar ihre erste große Liebe. Der neue Heimatplanet der Kolonisten birgt jedoch Gefahren, von denen die Erdlinge nichts ahnen, denn zu den Bewohnern gehören nicht nur friedliche Grasfresser, sondern auch eine Kultur böser, werwolfartiger Wesen. Und aus Angst der Colonial UInion vor einem Angriff des feindlichen Alienbündnisses, werden auf Roanoke die Magellan und mit ihr alle Sende- und Empfangsgeräte vernichtet, um der Aufmerksamkeit des Feindes zu entgehen. Zurückgeworfen in eine vorcomputerisierte Zeit merken Zoe und ihre Freunde allerdings bald, wer ihr wahrer Feind ist ...
Anmerkung: Diese dem Buch entnommen Inhaltsangabe (Seite 2) ist schmerzhaft ungenau, in Details sogar falsch!!
John Scalzi: Zwischen den Sternen
(OT: Zoe's Tale; 2008) Heyne TB 06/2009; ca. 446 Seiten, ISBN 978-3-453-52561-0; Übersetzung: Bernhard Kempen
Gesamteindruck: [*****]
Verschiebung der Perspektive
Wem die (grobschlächtig-schlampige) Inhaltsangabe bekannt vorkommt, der sei getröstet: Es ist eine schon bekannte Geschichte. Wir finden uns in den Geschehnissen wieder, die in Die letzte Kolonie, dem vorherigen Titel aus der Serie, vorgefallen sind. Diesmal jedoch wird die Handlung aus der Sicht von Zoe erzählt, der Tochter von John Perry und Jane Sagan.
Wer noch keinen der John Scalzi Romane aus seiner Serie rund um John Perry gelesen hat, dem sei es dringend empfohlen, an den Start zu gehen und Krieg der Klone, Geisterbrigaden, Die letzte Kolonie vor diesem Roman zu lesen – in der genannten Reihenfolge. Das ist theoretisch nicht wirklich nötig, da die Vorgeschichte immer wieder erklärt wird, aber es ist trotzdem notwendig, weil der ganze Witz und die Entwicklung der Figuren auf der Strecke bleiben.
Nachdem hier auch Zoe im Mittelpunkt steht, ist John Perry eher eine Nebenfigur und damit bleibt einem Neueinsteiger in die Serie der wirkliche Reiz dieser Romane verschlossen. Überdiese kann man nur einen höchst oberflächlichen Einblick in das komplizierte Beziehungsgeflecht all der Alienverbände und Menschenkolonien gewinnen und man versteht auch nichts von den Bündnissen, scheiternden Bündnissen und Intrigen. Insbesondere was Zoe anbelangt, ist das Vorwissen nötig, um bedeutende Handlungsteile und Motivationen zu verstehen.
Aufklärungsversuch
Im Nachwort erläutert Scalzi seine Motivation für diesen Roman und warum es entstehen musste. Man könnte sagen, er ist über seine eigene Schlauheit gestolpert, was mir gar nicht so aufgefallen wäre, beziehungsweise, weil es Scalzi ist, habe ich die Dinge einfach so hingenommen. Zu sehr habe ich mich dem Vergnügen hingegeben, die witzigen Dialoge, das Intrigenspiel aller Beteiligten und die monumentalen Vernichtungen aufzusaugen. Scalzi ist ein vertrauenswürdiger Schriftsteller, was in einem Buch unklar ist, wird im nächsten Band verständlicher und was bei ihm nach faulen Auswegen anmutet, hat tatsächlich eine eigene Logik.
Auf jeden Fall bin ich über dieses Buch sehr froh gewesen und kann es nur wärmstens empfehlen. Es ist um nichts anders als die Vorgänger, auch wenn mit Zoe eine Jugendliche die Hauptrolle übernimmt. Es wird genauso gekämpft und geblutet, zwischendurch habe ich herzhaft lachen können und trotz dem absehbaren Ende, das sich nicht vom Parallelroman unterscheiden kann, ist es ein spannendes Buch.
Gebrochene Lanze
John Scalzi zählt für mich zu den absoluten Höhepunkten der Science Fiction Literatur in den letzten Jahren. Charles Stross, Alastair Reynolds, Iain Banks, John Scalzi. Die Speerspitze jener Science Fiction Autoren, die utopische Literatur zu bester Unterhaltung und einem Lesevergnügen erster Klasse machen.
Kurz gesagt:
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höchst vergnüglicher Parallelroman
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das wunderbare John Perry Universum
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macht unbedingt Lust auf das nächste Buch
Fazit: uneingeschränkte Empfehlung
Vergleichsmöglichkeit (höchst subjektiv): Die Romane von Charles Stross und Alastair Reynolds
Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, ect. sind jederzeit willkommen.
Kommentare
Volle Zustimmung bei Scalzi.
Volle Zustimmung bei Scalzi. Macht einfach Spaß.