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Gedanken, Links und der ganze Rest

babylonisch

Diesmal: kleine Verlage, große Autoren, ein paar Bücher und etwas Eigenwerbung, gemixt zu einem Cocktail aus Worten... ... ... Schön, ich beginne gleich und ohne Verzögerung mit zwei Hinweisen in eigener Sache:

Zum Ersten, Artsy-Fartsy kann seit ein paar Tagen ein neues Bild vorweisen. Ja, genau dieses ... hehe. Und zum zweiten: Die Links sind um die Kategorie der Independent Verlage erweitert worden...

Zum Start liegt eine kleine Auswahl englischsprachiger und deutschsprachiger Publisher vor, noch etwas bescheiden, aber ein Anfang. Vorschläge können gerne jederzeit auf der Seite gepostet werden, werden bei Gefallen auch in die Liste aufgenommen. Ich bin davon überzeugt, dass kleine und kleinste Verlage, Spezialisten und selbstpublizierte Titel in den nächsten Jahren ordentlich an Bedeutung erfahren werden. Alles, was die Konzerne nicht mitschleifen wollen und können, alles, worin das Herzblut von Autoren eingeflossen ist, wird in die Nischen der Kleinverlage und Eigenpublikationen wechseln.



Und, wenn man immer wieder nachliest, z.B. Interviews mit Iain Banks [Homepage / Interview], Blogs wie jene von Charles Stross [Homepage / Text] und der generell lesenswerte Blog von  John Scalzi [Homepage], wie sich Autorenverträge, Honorarnoten und Rechteabgeltung entwickeln, erscheint es mir auch wahrscheinlich, das der Wechsel in die Kleinverlagszene durchaus auch lukrativer sein kann.

Wenn ich die Wahl habe, in einem kleinen Programm als Besonderheit mitbeworben zu werden oder eines von tausenden Büchern des jährlichen Volumens eines Großverlages zu sein, dann fällt mir die Wahl nicht schwer.

Der gewaltige Warendruck im Handel, dem sich Kleinverlage gezielt entziehen können, bietet für den einzelnen Titel über einen längeren Zeitraum mehr Chancen, sein Publikum zu finden, als es in der klassichen Buchhandlung möglich ist.

Kleinverlage bieten auch eine andere Art von Freiheit, die Autoren entgegenkommt: Die weit geringere Einschränkung, was Umfang, Inhalt, Stil u.ä. Dinge betrifft, in denen der Autor seine Geschichte erzählen will. Diese Sprengung von Normen, die für Massenverkauf nötig sind, darf man letztlich auch nicht unterschätzen. Schriftsteller sind Künstler (das hat nichts mit Qualität oder Gefallen zu tun!) und Kunst braucht Freiheit.



Beispiele für erfolgreiche Nischenplätze mich sind unter anderem David Moody [Homepage], der seinen Zombiezyklus anfangs im Eigenverlag herausbrachte, ehe er zuerst (!) auf Deutsch bei Otherworld herauskam und dann in England in einem Großverlag landete (auch das ist ein Weg).

Dann ist da Barbara Hambly [Homepage]. Sie hat Erzählungen zu Büchern geschrieben und bietet sie auf ihrer Homepage einzeln als Download zum Verkauf an. Und Barbara Hambly ist alles andere als eine Neuentdeckung. Die Auswahl ihres Angebots findet sich hinter dem Link »Further Adventures«.

Auch Joe R. Lansdale [Homepage], dieser genial-durchgeknallte Texaner, hat sein gesamtes Werk in Kleinverlagen untergebracht, teilweise in wirklich hübschen, limitierten, signierte Ausgaben. Shayol kümmert sich auf Deutsch um eine kleine Auswahl aus seinem Werk, bei Heyne ist mit »Gott der Klinge« ein einziger Titel erschienen.

Als Nächstes möchte ich ein Versäumnis nachholen: Den Hinweis auf ein schon im Frühjahr veröffentliches Interview mit Chuck Palahniuk [Homepage], das online bei Playboy abrufbar ist. Um ein Klischee auszulachen, man(n) liest den Playboy wirklich wegen hervorragender Artikel – und wegen Autoren wie King, die immer wieder dort veröffentlichen. Die ohnehin nicht sonderlich aufregenden Nacktfotos sind das eigentliche Beiwerk.

Ich bin dieses Jahr mit dem Lesen ordentlich in Verzug geraten. Viel Hoffnung, über die Weihnachtstage noch ordentlich nachzulesen, habe ich nicht – da sind zu viele horrend fette Bücher im Regal. Limit von Frank Schätzing, Dracula Die Wiederkehr von Dacre Stoker, Drood von Dan Simmons. Und im Augenblick wühle ich mich gerade durch Die Arena von Stephen King.

Mein bisheriger Eindruck nach 300 Seiten:



Es ist der beste Roman von King, den er seit einer scheinbaren Ewigkeit herausgebracht hat. Es ist blutig und spannend. Es wird immer mit The Stand verglichen, was ich für grundlegend falsch halte, da es nicht die grandiose Eleganz von The Stand aufweist.

Die Arena ist aber kein wirklich gutes Buch. King nervt etwas mit der Schrulle, überheblich wirkende Kommentare zur Handlung mehr oder weniger direkt an den Leser zu richten. Und er verwendet lauter Klischeefiguren. Die Guten sind wirklich gut, die Böse so richtig abgruntiefe Arschlöcher. Er inszeniert eine Kleinstadt voller schon tausende Male gelesener Eigenheiten, Vorurteile, Klischees.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, der gute Stephen King hat es in diesem Buch darauf angelegt, mit seinen recht detailliert geschilderten Grausamkeiten und den widerwärtig negativen Figuren an den momentan populären Exzessen in Filmen und Büchern teilzuhaben.

Bin gespannt wie es weitergeht... Übrigens Vorsicht: Stephen King hat es geschafft, in diesem Roman den Film »Der Nebel« zu erwähnen, der nach einer seiner Kurzgeschichten entstanden ist und einen deftigen Spoiler zu verursachen: er verrät nämlich den Clou des Films! Aua!

In Arbeit habe ich gerade auch eine bisher höchst erfreuliche Lektüre: Turils Reise von Michael Marcus Thurner. Allerfeinste, originelle Science Fiction. Uneingeschränkte Empfehlung bisher. Wenn fertig gelesen, wird es an üblicher Stelle ausführlich besprochen...

Was noch: Ach ja, ich werde demnächst (genauer gehts nicht, sorry) eine FAQ Sektion einrichten. Aber eine Frage kann ich jetzt schon beantworten:

F: Warum sind meine Besprechungen von Büchern und Filmen oft so extra vage, was den Inhalt angeht? Warum erzähle ich nicht mehr darüber?

A: Weil ich es absolut nicht leiden kann, wenn mir Rezensionen Dinge verraten, die für mich zum Leseerlebnis gehören! Das passiert nebenbei auch viel zu oft in den Klappentexten. Mir wird dadurch ein Buch oder ein Film verdorben. Auch Kritiker sind immer wieder Meister im killen von Leseerlebnissen.

Und noch ein Nachtrag in eigener Sache: Filme sind 2009 eindeutig zu kurz gekommen. Über die Weihnachtstage kann ich hoffentlich ein paar Titel gucken, die schon langsam Staub im Regal ansetzen. Anfang Jänner habe ich sicher ein paar Kommentare im Angebot...

Abschließend das Bild des Tages: Wien, 16.12.2009

Schnee in Wien

Als das Foto entstand, hat es noch hübsch geschneit. Inzwischen ist der Schnee in Regen übergegangen und jetzt ist alles wieder futsch. Wird wohl doch nichts werden mit verschneiten Weihnachtstagen in der Stadt. (Dafür dann wahrscheinlich im April...)

Entzückend aber trotzdem: kaum ein paar Millimeter Schnee, schon kommt der Schneepflug und es wird gestreut.

 

Kommentare

Entzückend diese Wiener und

Entzückend diese Wiener und ihre Panik bei ein paar Schneeflocken!