The Hills Have Eyes
R: Alexandre Aja B: Alexandre Aja, Gregory Levasseur, nach Wes Craven D: Aaron Stanford, Kathleen Quinlan, Ted Levine; USA 2006
Schon der Originalfilm von Wes Craven von 1977 war mit dem saublöden deutschen Titel "Hügel der blutigen Augen" gestraft. Auch wenn sich das Remake nicht allzusehr vom alten Film unterscheidet, die neue Version ist ein ziemlich heftiger Terrorfilm.
Alexandre Aja, dessen Debüt High Tension ein schweisstreibender Alptraum war, hat den Bogen raus, wie er das Publikum sekkiert. Der Trick ist die Geschichte so zu erzählen, dass man in Ungewissheit gehalten wird, ob das Ende so kommen wird, wie es die Logik der Geschichte und des Genres diktieren, oder doch nicht. Diese Zweifel sät Aja mit im wahrsten Sinne haarsträubend grausigen Einlagen.
Das ganze Spiel treibt er auf die Spitze, indem er die Sympathiewerte der belagerten Familie alleine durch die Vorführung ihrer kleingeistig ignoranten, von Dummheit und Religion dominierten Alltagsspiessigkeit derartig in den Keller fährt, das man den Mutanten eigentlich gratulieren möchte. Was Aja ausserdem genüsslich zeigt ist, welches Gewaltpotential in vorgeblichen Pazifisten steckt und wie schnell sich die Grenzen zwischen Angreifern und Verteidigern verwischen können. Wer zum Schluss bestialischer gewesen ist bleibt dahingestellt und verursacht zum Abgang eine bekömmliche Note Unbehagen. Als Zuschauer bangt man beinahe mehr um die Hunde als um die Menschen.
Das Tempo des Films ist hoch, die Bilder von einer grob morbiden Schönheit, die Effekte äusserst blutig und durch ihre nüchterne Inszenierung umso wirkungsvoller.
Witzig ist es auf jeden Fall Ted Levine zuzusehen. Den meisten Zusehern nicht mehr in Erinnerung, war er der Killer namens Buffalo Bill in Das Schweigen der Lämmer. Bekannt ist er aber für etwas ganz anderes - nämlich für die Rolle des Captain Leland Stottlemeyer aus Mr. Monk. The Hills Have Eyes ist ein Muss in jeder halbwegs guten Horrorfilmsammlung.