Inhalt lt. Buch: Wir schreiben das Jahr 2033. Vor fünfundzwanzig Jahren hat ein Krieg weite Teile der Welt verwüstet. Nur in den gigantischen U-Bahn-Netzen der Städte konnten die Menschen überleben. Dort unten, in der Tiefe, haben sie eine neue, einzigartige Zivilisation errichtet. Eine Zivilisiation jedoch, deren Existenz bedroht ist. Artjom, ein junger Mann Anfang zwanzig, lebt seit seiner Kindheit im Untergrund der Moskauer Metro. Ein behütetes Leben an der Seite seines Stiefvaters. Doch obwohl Artjom weiß, dass in den Tunneln tödliche Gefahren lauern, zieht es ihn unaufhaltsam in die Ferne. Und so zögert er nicht lange, als sich ihm die Gelegenheit bietet, seine Heimatstation zu verlassen. Es ist der Beginn einer phantastischen Reise durch das weit verzweigte Netz der Moskauer Metro - eine Reise, die über das Schicksal der gesamten Menschheit entscheidet.
Dmitry Glukhovsky: Metro 2033
Heyne 12/2008; Trade Pb, ca. 783 Seiten; ISBN 978-3-453-53298-4; Übersetzung: Daniel Drevs; Ausstattung: Trade Paperback, Klappbroschur, geprägter Titel, färbiger U-Bahn Plan von Moskau auf Umschlag-Innenseiten
Gesamteindruck:. [*****]
Metro 2033 ist eine Dystopie. Sie schildert dem Ausschnitt einer Welt im Jahr 2033 und beschränkt sich auf die Menschheit, die Zuflucht in den Tunnelanlagen der U-Bahn unter Moskau gefunden hat. Die Handlung setzt im Jahr 25 der unterirdischen Zivilisation ein, zu einer Zeit, da Menschen, die eine Welt an der Oberfläche kennen, allmählich immer weniger werden.
In den Tunnelanlagen haben sich unterschiedliche Reiche gebildet. Da gibt es ein Allianz aus Stationen, die Hanse genannt wird. Ein viertes Reich, mehrere Stationen groß, wird von Nazis regiert, wir haben ein kommunistisches Reich usw.
Ein hübscher Überblick über Lage und Ausdehnung der "Ländereien" findet sich im U-Bahn Plan des Buches.
Metro 2033 ist eine moderne Quest. Artjom, Wächter einer Grenzstation, begibt sich auf eine Reise durch das System, auf der Suche nach einer Möglichkeit, das vordringen von unheimlichen Eindringlingen von der Oberfläche, zu stoppen. Denn seine Station ist ein Außenposten, wenn er fällt, ist einer der Zugänge tief in das Innere des Tunnelsystems frei.
Ruinen der U-Bahn als Sittenbild der Gegenwart
Die Morlock-Zivilisationen, die ihrer Herkunft immer mehr verlustig gehen, nutzt Glukovsky, um unsere Gegenwart zu verfremden und vorzuführen, ohne dieses Thema in den Vordergrund zu stellen. Denn er konzentriert sich darauf, eine postapokalyptische Welt, wie sie das 80er Jahre Kino so wunderbar vorgeführt hat, auf den neuesten Stand zu bringen und mit buchstäblich todschicken Elementen zu bereichern.
Das gelingt ihm eindrucksvoll. Die Irrgänge durch die ewig finsteren Tunnel, die Begegnungen mit den unterschiedlichen Zivilisationen, die sich in den verfallenden Stationen drängen, fesseln. Eine Tunnelzivilisation, verrohend, degenerativ, kriegerisch, als Spiegelbild unserer Welt.
Russische Schwere im Tunnel
Wenn man all das beiseite läßt, bleibt immer noch ein stimmungsvoller, spannender Science Fiction Roman, von monumentaler Länge, niemals langweilig, gut geschrieben, sehr unterhaltsam und effektiv, voller interessanter Details und dunkler Bedrohungen. Echt cool!
Was Glukhovsky noch schafft, ist, sich den Spielraum für weitere Bücher aus diesem Universum freizuhalten. Zwar beendet er Metro 2033 auf eine Art, die jegliche direkte Fortsetzung überflüssig macht, doch durch die Beschränkung auf die U-Bahn in Moskau, mit kurzen, spannenden Ausflügen in die Ruinenstadt oberhalb, ist der Weg geebnet, andere Städte und deren unterirdische Welten zu erforschen.
Kurz gesagt:
- monumentale Apokalypse
- detailreiche, gut durchdachte Geschichte
- packend geschrieben
Fazit: Echt lesenswert!
Die Fortsetzung hört auf den überraschenden Titel Metro 2034
Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, ect. sind jederzeit willkommen.