Skip to Content

David Moody: Im Wahn

cover moody wahn

Inhalt lt. Buch: Ruhe bewahren, Schutzt suchen und abwarten! Schließlich kann niemand wissen, ob er nicht selbst bereits infiziert ist und sich innerhalb eines Augenblicks in einen Killer verwanelt hat, der ohne Vorwarnung zuschlägt. Eine mysteriöse Welle der Gewalt hat die Menschen erfasst und breitet sich aus wie ein Virus, das den freundlichen Nachbarn ebenso infizieren kann wie die eigene Frau. Auch Danny McCoyne weiß nicht, wie lange seine Familie noch vor ihm sicher ist - oder er vor ihr ...

David Moody: Im Wahn

OT: Hater (2006); Goldmann Tb 08/2009; ca. 317 Seiten; ISBN 978-3-442-46999-4; Übersetzung: Joachim Körber; Ausstattung: Tb mit geprägtem Titel

Gesamteindruck: [***]

Von einem Tag auf den anderen verwandeln sich Leute mit einem Schlag in mörderische Killer, ganz ohne Vorwarnung. Während sich das Phänomen immer weiter ausbreitet, versucht Danny McCoyne sich und seine Familie in der Wohnung zu verbarrikadieren, ohne zu wissen, wie lange sie voreinander noch sicher sind. Denn niemand weiß, wer warum zum Killer wird.

Der Herbst Zyklus von Moody, eine Serie über unsere Welt, nachdem sie unaufhaltsam von Zombies überrannt wurde, war besser. Punkt. Schlicht und ergreifend. Zum einen möchte man der Hauptfigur Danny, dem Ich-Erzähler, ziemlich schnell die Fresse einschlagen. Er ist ein sich duckender, kriechender Langweiler, der weder mit seiner Frau zurecht kommt noch mit den beschissenen, verzogenen Kindern.

Stolpern ins Chaos

Zum anderen holpert die Geschichten viel zu lange in einem eher einfachen Stil vor sich hin, bevor sie in Schwung gerät. Zu dem Zeitpunkt ist sie selbst schon fast so langweilig geworden die der triste Alltag, der geschildert wird, um ihn immer wieder mit brutalen Schockeffekten zu durchsetzen, ehe Chaos, Gewalt und Anarchie komplett übernehmen.

Im Wahn fährt dann doch noch, sehr  spät, mit jeder Menge Symboliken auf, die mit dirketer Grobheit an die Nazis angelehnt sind und wohl eine Form von Sozialkritik, menschlichem Verhalten, Angst usw. darstellen soll. Der tatsächliche, der eigentliche Clou der Geschichte kommt aber doch sehr überraschend, funktioniert dafür hervorragend und macht auch klar, warum Schlaffi Danny so hassenswert ist.

Franchise

Ganz sicher deshalb, weil noch zwei Fortsetzungen zu diesem Roman kommen. Und, weil dieses Buch gerade verfilmt wird (Regisseur Juan Antonio Bayona hat die Guillermo del Toro Produktion Das Waisenhaus inszeniert) und alles danach ausgerichtet scheint, einen lukrativen Franchise für alle Beteiligten einzurichten.

Schade, ganz so grobschlächtig hätte Moody die Sache nicht anlegen müssen. Die Pointe der Geschicht hätte ruhig etwas ausgefeilteres Handeln rundum vertragen, die Pointe ist einfach wirklich gut. Trotz der Schwächen war der Roman in letzter Instanz doch ein halbwegs befriedigende Leseerlebnis. Irgendwie.

Kurz gesagt:

  • deftig, brutal, blutig
  • überraschende Wende
  • zu Beginn ziemlich unsympathischer Held

Fazit: schlecht geschrieben, gelungene Pointe, kurzweilig, lesbar



Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, ect. sind jederzeit willkommen.