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David Dalek: Das versteckte Sternbild

cover dalekDavid Dalek: Das versteckte Sternbild

Shayol Pb 11/2007; ca. 202 Seiten; ISBN 978-3-926126-76-4 Ausstattung: Nachwort von Dietmar Dath

David Dalek verschwand 2005 in der Wüste von New Mexico und gilt bis heute als verschollen. So steht es am Buchrücken. Das Nachwort von Dietmar Dath schildert, wie dieses Manuskript in einem Dateiordner gefunden und bearbeitet wurde, bis es als veröffentlicht werden konnte. Ungeniert wirft Dath dem Verschollenen Ideenklau vor und scheint überhaupt ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Dalek gehabt zu haben.

So weit, so schön. Der Witz an der Sache ist bloss, David Dalek ist das Alter ego von Dietmar Dath. Also, kein verschollener Autor wie Ambrose Bierce, sondern ein durchaus realer Schriftsteller mit einer langen Liste von Veröffentlichungen, der einen total absurden, durchgeknallten Science Fiction Roman geschrieben hat.

Ein Roman in dem es um die Suche einer Frau nach ihrer grossen Liebe geht, um Sex mit Seehunden, da basteln von Welten, multiple Universen, multiple Personen, groteskte Gesellschaftsformen, und noch ein paar andere, schwer zu verdauende Unsinnigkeiten.

Ein sehr merkwürdiges Buch, auf der einen Seite verrückter, als es der in meinen Augen etwas überschätzte Douglas Adams jemals gewesen ist. Auf der anderen Seite ist es streckenweise, Korrektur, ununterbrochen derartiger Nonsens, das die Lektüre des Buches Ermattung und Müdigkeit zur Folge haben kann. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes Buch ist.

Das versteckte Sternbild ist fabulöser, herrlicher Quatsch, aber in all der Quatschigkeit fehlt die Komponente der Fesselung, da man ununterbrochen von einem irrlichternden Moment zum nächsten mit Absurditäten konfrontiert wird. Ein angeregtes, phantasivolles Dauerfeuer aus Unfug, verkrampfter und ernsthafter als Terry Pratchett, überbordender und reichhaltiger als Douglas Adams, ohne jedoch eine ausbalanzierende Mitte gefunden zu haben, über die der Leser wandern kann, ohne nach einer Seite zu fallen.

Das Buch stellt sich als üppiges Sammelsurium von Zitaten und Anspielungen vor, das von Madonna bis Philip Dick bis Storm Constantine bis Iain Banks und weiss der Teufel was alles reicht. Schon der Autorenname Dalek ist ein Scherz. Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich das Buch mag. Ich mag den Shayol Verlag, der diesen Quatsch publiziert hat. David Dalek wäre eigentlich auch ganz sympathisch. Aber Dietmar Dath? Nö.

Fazit: Eine reizende, aber anstrengende Merkwürdigkeit.