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Dante 01

logo dante01Space-Prison-Eso Science Fiction

Co-Autor dieses Films war Pierre Bordage, Autor des Krieger der Stille Zyklus. Dante 01 ist ein von Symbolik überbordendes Drama von Marc Caro, dem einstigen Regiepartner von Jean-Pierre "Amelie" Jeunet, mit dem er Delicatessen und Stadt der verlorenen Kinder geschaffen hat, ehe sich ihre Wege trennten. Symbolik, Mystik und Zitatenwahnsinn in perfekten Weltraumbildern und klaustrophobischer Enge...

Dante 01

Fr 2007; 20.35:1, ca. 82min R: Marc Caro B: Marc Caro, Pierre Bordage D: Dominque Pinon, Lambert Wilson, Linh-Dan Pham Bonus: making of, Trailer, Biographie Marc Caro

Effekte: [*****]

Handlung: [***]

Spannung: [**]

Gesamt: [***]

dvd dante01Willkommen im mystischen Irrsinn des Marc Caro. Dante 01 ist ein von Symboliken überfrachteter Film, der nur zufällig Science Fiction ist. Sieben Gefangene, denen die sieben Todsünden zugeteilt sind, deren Farben den sieben Chakren entsprechen. Gefangen mit Namen wie Lazarus, Buddha, Moloch, St. Georg. Ein Gefängnisdirektor mit Namen Charon. Eine Wissenschaftlerin mit Namen Persephone. Ein Planet namens Dante. Die Geschichte handelt von skrupelloser Wissenschaft, Erlösung.

Uff!!!!!!!!

Die Optik ist unverkennbar Marc Caro, ehemals Regiepartner von Jean-Pierre "Amelie" Jeunet, mit dem er die Meisterwerke Delikatessen und Stadt der verlorenen Kinder erschaffen hat. Dies ist seine erste Solo-Regiearbeit.

Heimeliger Schnick-Schnack

Erkennbar sind typische Elemente der Caro/Jeunet Filme, ebenfalls unschwer und übermächtigt schweben die Comicromane von Alejandro Jodorovsky durch die Szenerie - der Incal kommt in den Sinn. Auffällig auch gewisse Ähnlichkeiten zu Jean-Pierre Jeunets Science Fiction Film, Alien IV. Das Andocken des Raumschiffs an die Station - der aus der Schnauze ausfahrende Rüssel, stammt der nicht aus Event Horizon? Wir finden sogar eine ... ja, wie wollen wir das nennen? Eine Hommage! Genau, eine Hommage an Stanley Kubricks 2001. Übermächtig, unverkennbar, nur noch um ein Symbol schwerer beladen, das Kreuz. Ein Schelm, wer Böses denkt.
Und natürlich ist da der wunderbare Dominique Pinon, Darsteller in ALLEN Filmen der beiden Regisseure!

Der Drehbuchautor ist, neben Regisseur Caro selbst, Pierre Bordage. Ein Science Fiction Autor, der die umwerfend monumentale Trilogie um die Krieger der Stille geschrieben hat. Von ihm stammt auch das Drehbuch zum französischen Science Fiction Film Eden Log. Dante 01 trägt unverkennbar Züge von Thematiken, die Bordage auch in seiner Trilogie behandelt. Erlösung, Glauben, Mythologie u.ä.

Esoterisches Geschwurbel

Die Effekte sind erste Sahne, die Optik prächtig, das Setting sitzt, die Darsteller sind ausgezeichnet, die Regie sehr einfallsreich. Der Film könnte ein Meisterwerk sein, ABER: Die Geschichte mündet ins nichts! Bordage und Caro wollten offenbar ein Ende ähnlich jenem von 2001 schaffen, ein Rätsel, über das man sich den Kopf zerbricht. Das ist ihnen irgendwie auch gelungen, weil die letzte Einstellung für einen "hä?" Effekt sorgt.

Der Haken an der Sache ist nur, irgendwie startet der Film aus dem Nichts und mündet ins Nichts. Zwischendurch wird einmal erwähnt, die Menschheit hängt davon ab, was auf Dante 01 passiert ... äh, nicht viel! Ein paar Gefangene, die für Versuche mißbraucht werden, prügeln sich und erheben sich gegen ihre Wärter.

Man möge mir verzeihen, von Philosophie wurde ich nur am Rande beleckt und Religion ist nicht so mein Ding. Daher kann es durchaus sein, das sich mir die tiefergehenden Symboliken und Elemente der Geschichte nicht entschlüsselt haben, aber ganz ehrlich - ich glaube, der Film ist nur ein Windei. Viel Bombast um wenig Inhalt.

Das Blöde an Dante 01: Ich mag Jodorovsky sehr gerne. Ich mag die zitierten Filme alle sehr gerne (ja, sogar Event Horizon), mir gefällt die Romantrilogie von Bordage unheimlich gut und ich bin nicht bei dem Film eingepennt. Den Symbolismus im Film halte ich für weit übertrieben und streckenweise etwas zu doof. Aber der Film hat einige gute Momente. Soll wohl heißen, er ist so schlecht nicht. Aber irgendwie auch nicht gut.

Bonus: Das making-of dieses Films ist im übrigen nichtmal so uninteressant. Vor allem Bordage erzählt viel über die Symboliken und was die Darsteller so ausgehalten haben, ist auch nicht uninteressant. Caro hält sich eher im Hintergrund. Kurzweilig und infomativ.

Fazit: Fabelhaft gemachter SF Film ohne Sinn und Handlung.