Inhalt lt. Buch: Ich genieße den Schmerz von Menschen ... Ich bin ein Vermächtnis. Ich tue, weil ich einer Blutlinie entstamme; ich stamme vom ERSTEN ab. Ich trete in die Fußstapfen meines Vorfahren. Wie ihn wird man auch mich niemals fassen, und wie bei ihm wird das, was ich tue, in die Geschichte eingehen. Als die FBI-Agentin Smoky Barrett nach dem Mord an ihrer Freundin diese Worte in einem Brief des Täters liest, ist ihr Jagdinstinkt geweckt. Doch die Spuren, die ein eiskalter Serienmörder hinterlässt, sind so blutig, dass ihr ganzes Können gefragt ist. Denn die Zeit arbeitet gegen sie, und mit jedem neuen Verbrechen gelangt Smoky zu einer erschreckenden Erkenntnis: Der Mörder möchte sich einen Traum erfüllen - einen Traum, der für viele zum Albtraum werden könnte ...
Cody McFadyen: Die Blutlinie
Lübbe HC 2006; ca. 476 Seiten; ISBN 978-3-78572258-9; Übersetzung: Axel Merz Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen, geprägtem Titel
FBI Agentin Smoky Barrett, traumatisiert und gezeichnet, sieht sich mit unvorstellbaren Schrecken konfrontiert, als eine Freundin auf grausigste Weise umgebracht wird.
Jeder halbwegs aufmerksame Leser weiss, was er von den bescheuerten Werbesprüchen der Verlage halten kann, die hinten am Schutzumschlag aufgedruckt sind. Im Falle dieses Buches steht hier zu lesen - Zitat: "Wenn Ihnen dieses Buch keine Angst macht, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen." Zitat Ende.
Äh, was soll ich sagen? Das Buch macht Angst!! Wirklich!! McFadyen hat einen der grausigsten und grausamsten Thriller geschrieben, der mir je in die Schmutzpfoten gefallen ist. Wer sich noch an die blutigen Sauereien bei Thomas Harris: Hannibal erinnern kann, ein Kinderspiel gegen den Wahnsinn, den McFadyen in diesem ersten Roman um Smoky Barrett vorlegt.
Die Geschichte ist gut ausgetüftelt, das Trauma von Smoky Barrett wirklich scheusslich, nämlich nachvollziehbar und die Dinge, die der Killer anrichtet, sind einfach nur krank. Man könnte direkt Angst vor dem Autor bekommen. Man kann nicht einmal ein ordentliches Zitat der Grausigkeiten liefern, weil sie ausgiebig geschildert werden, sich über mehrere Seiten erstrecken. Und wenn man glaubt zu verstehen, worauf das Buch hinaus will, dann ätsch, reingefallen.
Ein extrem düsteres, depressiv hoffnungsloses Buch über den Alptraum, der das Leben sein kann. Im unendlich grossen Ozean der belanglosen, durchschnittlich hervorsehbaren und weichgespülten Thrillern voller voller ermittelnder Gerichtsmedizinerinnen und CSI Szenarien ragt dieses Ungeheuer von Roman hervor wie einst die Rückenflosse vom weissen Hai.
Ich fürchte, ich freue mich auf den zweiten und auf den dritten Smoky Barrett Roman.
Kurz gesagt:
- grausamste Lektüre
- rasend spannend
- clever durchdacht
Fazit: Grenzgenial, grausam, ein Erlebnis!