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Bio: Laurel & Hardy

laurel hardy

 

Stan Laurel, geboren als Arthur Stanley Jefferson am 16.06. 1890 in Ulverston, England. Sohn eines damals sehr bekannten Theatermanagers, Regisseurs und Produzenten, die Mutter eine der führenden Schauspielerinnen in der Theatergruppe des Vaters. Bereits als neunjähriger richtet er sich auf dem Dachboden des Elternhauses mit der "Stanley Jefferson Amateur Dramatic Society" ein und agiert als sein eigener Regisseur, Manager, Autor, Produzent und Hauptdarsteller.

Stanley ist 11 Jahre alt, als die Familie nach Glasgow umsiedelt, da der Vater dort Manager des Metropole Theater wird. Vier Jahre später tritt Stanley mit einem eigenen Kurzprogramm in der Music Hall eines Bekannten auf. Zwar hat er diesen Umstand vor seinem Vater verheimlicht, der in ihm seinen Nachfolger für die Theatertruppe sieht, doch der Zufall will es, dass er ausgerechnet an diesem Tag in der Music Hall erscheint und den grossartigen Erfolg seines Sohnes miterlebt, was Stanley den Weg in die Schauspielerei ebnet.

Zwei Saisonen lang reiste Stanley mit einer Gruppe Pantomimen durch die Lande, ehe er als Solist tingelte und einmal sogar auf die Bühne seines Vaters engagiert wurde, um einen von diesem geschriebenen Sketch zu spielen, Home from the Honeymoon. Dieser Sketch wurde später von Laurel und Hardy zweimal verfilmt, Duck Soup und Another Fine Mess.
Auf seinen Solotouren wurde Stanley schliesslich vom damals relativ berühmten Theaterproduzenten Fred Karno entdeckt. Stanley schloss sich der Wandertruppe ein und sprang für Karno bei der Uraufführung eines neuen Stückes in London als Hauptdarsteller ein, da die eigentliche Erstbesetzung, Charlie Chaplin, das Stück nicht leiden mochte. Stanley landete einen Riesenerfolg. Kaum eine Woche später hatte Chaplin die Nase vom Erfolg Stanleys genug und übernahm selbst die Hauptrolle. Für einige Jahre sollte dies die Konstellation bleiben - Stanley diente als Ersatzmann für Chaplin.

1912 ging die Karno Truppe zum zweiten Mal auf Tour durch die USA und Charlie Chaplin wurde vom Produzenten Mack Sennett entdeckt und für den Film verpflichtet. Der Verlust Chaplins führte zum Flop und zur Kündigung der Darsteller, die plötzlich auf der Strasse standen. Stanley wollte in den Staaten bleiben und gründete mit einem befreundeten Schauspielerehepaar das "Stan Jefferson Trio", das mit einem wüsten Stück, in dem Stan Chaplin parodierte, erfolgreich war.

1918 traf er auf Mae Charlotte Dahlberg und trennte sich von seinen Partnern, um mit ihr gemeinsam auf Tournee zu gehen. Das er Mae nicht heiraten konnte, weil ihr Ehemann nicht in die Scheidung einwilligte, störte ihn nicht. Mae war es auch, die letztlich zu seinem Künstlernamen beitrug. Ein Bild des römischen Feldherren Scipio mit Lorbeerkranz (Lorbeer auf engl. = Laurel) führte zum Namen Stan Laurel.

Über die Bühne landete Stan in einem Filmchen namens "Nuts in May", bei dessen Aufführung neben Charlie Chaplin auch der damalige Chef der Universal Studios, Carl Laemmle, im Publikum sass und der Stan darauf für ein Jahr verpflichtete. Unglücklicherweise setzte sich Mae durch, die ebenfalls mitspielen wollte und so Stan die Möglichkeit nahm, aus den ununterbrochen Streitereien zwischen den beiden zu entkommen.

Laemmle geriet in Schwierigkeiten, kündigte unter anderem auch Stan und Mae und die beiden kehrten auf die Bühne zurück, während Stan zwischendurch Filmchen u.a. für Hal Roach drehte sowie die Gilbert Anderson Produktion The Lucky Dog, wo er einem Nebendarsteller namens Oliver Norvell Hardy begegnete.

Der Produzent Joe Rock, ein Freund von Stan, schaffte es schliesslich, die biestige Mae von Stan und den Filmen fernzuhalten (er bezahlte ihre endgültige Rückkehr nach Australien!), was dem inzwischen am Hungertuch nagenden Künstler neuen Auftrieb verlieh. Bei Joe Rock lernte Stan am Abend von Maes Abreise auch Lois Nelson kennen, die er am 23.08. 1926 heiratete.

Mit dem Versprechen, ausschliesslich hinter der Kamera zu agieren, wechselte Stan zu Hal Roach, bei dem er ab 1925 das Handwerk der Herstellung von Filmkomödien erlernte. Eines dieser Resultate war Wandering Papas, in dem ein gewisser Babe Hardy mitwirkte.

Ein ziemlich bizarrer Haushaltsunfall bei Hardy brachte Laurel zurück vor die Kamera und so kam es, das die beiden zwar hin und wieder gemeinsam vor der Kamera standen, aber nicht als Duo agierten, von Duck Soup und Do Detectives Think? abgesehen. Letztlich war es Regisseur und Gagschreiber Leo McCarey, der das Potential der beiden als Duo erkannte.

Das bis heute entzückendeste und hartnäckigste Gerücht über Stan Laurel will in ihm den Vater von Clint Eastwood sehen.

Norvell Hardy, geboren am 18.01. 1892 in Harlem, Georgia verliert noch im November seines Geburtsjahres den Vater. Die Familie, in die Oliver geboren wird, besteht dank der zuvor schon verheiratet gewesenen Eltern bis dahin aus drei Söhnen und vier Töchtern. Dank der Hochzeit der ältesten Tochter in eine einflussreiche Familie kann die Mutter zwei Jahre nach Geburt die Leitung eines Hotels in Milledgeville, Georgia übernehmen.

So wächst Norvell in einer Umgebung auf, in der sich zahlreiche Leute aus dem Show- und Theatergeschäft aufhalten. Eine Herausforderung für Norvell, der mit grossem Talent die Persönlichkeiten imitiert und mit einer sehr guten Sopranstimme auch unterhält. Da er über seine Begeisterung für die Bühne die Schulfplichten vernachlässigt, wird er von der Mutter in ein Internat gesteckt, kann sie aber überreden, Musik studieren zu dürfen. Da er dem Unterricht nicht viel abgewinnen vermag, wird er in eine Militärschule verfrachtet, um Disziplin zu erlernen. Doch auch dort hält sich Norvell nicht lange, 15 Jahre alt, 120 Kilo schwer, aufgefüttert mit Unmengen an Süssigkeiten. Norvell kommt in ein College im Norden Georgias, nur um bald darauf wieder daheim zu sein.

Wieder in Milledgeville, areitete er im örtlichen "Opernhaus", ehe er eine Anstellung im "Electric Theatre", dem ersten Kino der Stadt, erhielt und als Vorführer, Kartenabreisser, Putzhilfe und Stellvertreter des Theaterleiters agierte. 1913 ging er nach Jacksonville, in die Stadt der aufkommenden Filmindustrie. Er agierte als Schauspieler auf einer kleinen Bühne und begegnete dort Madelyn Saloshin, einer bekannten Pianistin, die er am 17.11. 1913 heiratete. Madelyn hielt ihr Alter geheim, aber von Freunden Olivers wurde sie um wenigstens zehn Jahre älter als ihr Mann geschätzt.

Zu dieser Zeit besuchte er immer wieder die in der Umgebung stattfindenden Dreharbeiten zu den unterschiedlichsten Filmen und landete eines Tages selbst vor der Kamera, als für eine Produktion (Outwitting Dad, 1914) ein dicker Mann benötigt wurde. Mit dem Auftritt beeindruckte er die Verantwortlichen geung, um einen regulären Schauspielervertrag zu erhalten. Im Gedenken an seinen Vater legte sich Norvell jetzt dessen Vornamen Oliver zu und so wurde er zu Oliver Norvell Hardy, in den Titeln auch "Babe Hardy" benannt, der für die Firma Lubin bis zu derem Ende im August 1915 rund 50 Einakter (ca. 10min.) drehte.

Nach einem kurzen Zwischenspiel als singender Allein-unterhalter in einem Gasthaus landete Hardy bei der Vim Comedy Company. Sein erster Film dort, A special Delivery war der Beginn einer Reihe von 35 Einaktern, die er als Duo zusammen mit einem gewissen Billy Ruge drehte.

Die Vim Comedy Company ging in einem Skandal um unterschlagene Gelder unter und der ehemalige Mitinhaber Louis Burstein gründete ziemlich schnell eine neue Gesellschaft, die King Bee Film Corporation, in die auch Hardy übernommen wurde. Sein dortiger Filmpartner wurde ein gewisser Billy West, der Charlie Chaplin zum verwechseln ähnlich sah.

Burstein verlegte seine Firma nach Kalifornien, Oliver und Madelyn zogen mit. Kurz darauf wurde die King Bee Film Corporation eingestellt und Hardy musste sich eine Zeitlang als freischaffender Schauspieler über Wasser halten.
So wurde er eines Tages von Regisseur Jess Robbins angesprochen, für den einst steinreichen, jetzt aber abgehalfterten Produzenten Gilbert Anderson in einem Kurzfilm mitzuwirken, der Auftakt zu einer Reihe von Streifen werden sollte, in denen ein kurz zuvor von Anderson auf einer Bühne in Los Angeles entdeckter Schauspieler die Hauptrolle spielen sollte. Der erste dieser Filme hiess The Lucky Dog, der Hauptdarsteller Stan Laurel.

Die Begegnung war unspektakulär und die gemeinsamen Szenen schnell gedreht. Die Filmfirmen kamen und gingen, Hardy wechselte die Partner und drehte im Blitztempo jede Menge unbedeutender Kurzfilmchen. Der Altersunterschied zwischen Oliver und Madelyn machte sich immer mehr bemerkbar, der Schauspieler interssierte sich ziemlich heftig für die jungen Damen in den Studios von Vitagraph. 1919 wurde das Ende der Ehe eingeläutet, 1936 hingegen erst die letzte finanzielle Einigung getroffen. 1921 heiratete er Myrtle Lee Reeves und stieg als festangestellter Schauspieler bei Vitagraph ein, wo er zum Standard-schurken auserkoren wurde.

1924, nach seiner Trennung von Vitagraph, wurde er von einem jungen Produzenten mit Namen Hal Roach engagiert und drehte für diesen als ersten Film einen Western, The King of wild Horses, gefolgt von Komödien. Schauspielerisch ging es Hardy gut, sein Privatleben entglitt zur Tragödie. Myrtle war schwerst alkoholsüchtig und mehr in Entzugskliniken als daheim. Hardy lenkte sich auf der Pferderennbahn ab und verlor an den Wettschaltern so ziemlich sein gesamtes Vermögen.

Wie in einem schlechten Film bot ihm ausgerechnet jetzt Hal Roach endlich eine Festanstellung und Hardy rettete sich selbst, indem er zusagte. Der Vertrag wurde am 06.02. 1926 abgeschlossen. Und bei Hal Roach war es, wo er einem anderen Schauspieler wieder begegnete, den dieser ebenfalls unter Vertrag hatte, Stan Laurel.

 

In den gemeinsamen Jahren war stets Stan Laurel die treibende Kraft des Duos. Er war der Regisseur oder beeinflusste diese in seinem Sinne, er war an den Schreibarbeiten beteiligt und gab vor, wie die Szenen rund um einen Sketch aufzunehmen waren. Die geradezu in einem Antitempo ablaufenden Katastrophen funktionierten hervorragend, auch wenn manchmal etwas übers Ziel hinausgeschossen wurde so wie bei Be Big, in dem in zwanzig Minuten nichts anderes passiert, als dass die beiden versuchen, Ollie ein Paar Stiefel auszuziehen.

Die beiden drehten auch einige Filme in anderen Sprachen, französisch, deutsch, italienisch. Zuerst die englische Version komplett, bis diese vorführfertig war. Dann wurden die Szenen, die im Film verblieben waren, nachgestellt und die Darsteller sprachen nach, was der Dolmetscher ihnen vorsagte. Jede Szene wurde auf diese Art in der benötigten Sprache gedreht, ehe die nächste Aufnahme in Angriff genommen werden konnte.

Stan hatte eine Abneigung gegen Langfilme, sah er seine Zukunft und die von Ollie doch in den Kurzfilmen. Solange er beides machen konnte, war er halbwegs zufrieden, doch die wirtschaftlichen Zwänge und die Sehgewohnheiten änderten sich und der Kurzfilm verschwand nach und nach. Seine Widerspenstigkeit führte zu ernsthaften Schwierigkeiten mit Hal Roach, der Stanleys Kritik am Drehbuch zu Babes in Toyland als Autor persönlich nahm, aber genervt nachgab.

Die Widerspenstigkeiten mündeten in Krach, bei dem jeder den anderen beschuldigte, Schuld am Zerwürfnis zu sein. Laurel behauptete, gefeuert worden zu sein, Roach wollte mehr Druck für neue Verträge auf ihn ausüben und letztlich schien auch Stan Laurels wüstes Privatleben eine Rolle zu spielen, heiratete er doch im April 1934 Virginia Ruth Rogers in Mexiko, ohne sich jedoch vorher von Lois scheiden zu lassen.

Die ursprüngliche Einigung mit Roach führte zu einigen faulen Kompromissen, um Stan bei Laune zu halten, verstärkte aber in ihm den Wunsch, als sein eigener unabhängiger Produzent zu agieren. Doch Roach hatte ihn und Hardy mit Soloverträgen an sich gebunden, die nie gleichzeitig abliefen, so dass keiner der Beteiligten gehen konnte, ohne sich und den anderen zu schaden.

Laurels Aufbegehren gegen Roach 1937 mündete in der Gründung der "Stan Laurel Productions", die sich nach der Produktion von drei Western und dank des enormen Erfolges der Hal Roach Produktion Way Out West mit Laurel und Hardy mit Roach zusammenschloss und unter derem Dach Stan als Autor, Schauspieler und Regisseur agierte, was ihm auch eine beträchtliche, dringend benötigte, Einkommenssteigerung bescherte.

Die Produktion von Swiss Miss geriet zum teuersten Film der beiden und zerrte an Roachs Nerven, während Stan Laurel sich am Silvestertag 1937 von Ruth scheiden liess, um am nächsten Tag die russische Sängerin Vera Illiana Shuvalova zu heiraten und dadurch in die nächsten Querelen zu geraten. Denn seine neue Frau entwickelte eine Neigung zu Nervenzusammenbrüchen, um anschliessend im Krankenhaus der Presse Audienz zu gewähren. Auch der Krach daheim, den Laurel zu den Dreharbeiten für Blockheads mitschleppte, tat sein übriges. Hal Roach trennte sich im August 1938 von Stan Laurel, was zu Streitigkeiten vor Gericht führte.

Roach hatte vor, als neuen Partner für Oliver Hardy den Komiker Harry Langdon einzusetzen und Literaturverfilmungen zu machen, doch schon der erste Streifen geriet zum Desaster. Beinahe gleichzeitig trennte sich Laurel von Illiana und ebenfalls zu dieser Zeit schafften Laurel und Roach überraschenderweise, sich zu einigen. So entstand A Chump at Oxford, die "geborgte" Produktion The Flying Deuces und Saps at Sea, der endgültig letzte Film von Laurel und Hardy für Roach, die sich anschliessend mit der "Laurel and Hardy Feature Productions" selbstständig machen wollten.

Im Frühjahr 1941 landete die Gesellschaft der beiden in den Händen der 20th Century Fox, was für beide eine extrem Umstellung bedeutete, waren sie doch jetzt kaum mehr als Darsteller ohne irgendein Mitspracherecht und ohne die Möglichkeit zu improvisieren. Ein Wechsel zur MGM verbesserte ihre Situation nicht im geringsten und so drehten sie abermals für die Fox, alleine der finanziellen Zwänge wegen, in denen sie sich befanden. Stan hatte eine Menge Unterhaltszahlungen zu leisten und Oliver musste aufgrund seiner Scheidung den Steuerbehören Nachzahlungen leisten.

Während in den Staaten aufgrund der ungeheuer miesen Filme, die sie in dieser Periode drehten, ihre Popularität ins Bodenlose stürzte, erfreuten sie sich in Europa ungebrochen hoher Beliebtheit. Auf eine erste, vom Publikum gefeierte Tournee 1946 folgte 1947 eine weitere Tournee, die aufgrund des enormen Erfolges erheblich länger dauerte als geplant.

Beide haben es endlich geschafft, glücklich verheiratet zu sein. Im Frühjahr 1948 stellt sich heraus, das Stan an Diabetes leidet und Oliver geht 1949 auf eine kurze Tournee ohne ihn, dafür mit John Wayne als Partner, der ihn für den Western The Fighting Kentuckian (dt.: In letzter Sekunde) verpflichtet. Stan Laurel erholt sich wieder und so nehmen die beiden ein Angebot an, in einer europäischen Koproduktion mit Titel Atoll K mitzuwirken, die sich rasch als absolutes Desaster herausstellt.

Eine weitere Tournee durch Grosbritannien bringt wieder Erfolge, die durch eine Herzattacke Ollies und der darauf folgenden Lungenentzündung abgebrochen werden muss. In den USA ist inzwischen eine neue Generation zuseher herangewachsen, die mit den beiden durch die Fernsehausstrahlung ihrer Filme bekannt ist. So entwickeln u.a. auch Hal Roachs Sohn Stoffe für eine TV Serie mit den beiden.

Doch dann erleidet Ollie im September 1956 einen Schlaganfall, der ihn bewegungsunfähig macht und das Sprechen erschwert. Kaum ein Jahr später folgen zwei weitere, schwere Schlaganfälle und nach einer Woche im Koma stirbt Oliver Norvell Hardy am Morgen des 07.08. 1957.

Der Hausarzt untersagt Stan Laurel, am Begräbnis des Mannes, von dem er sagt, das er wie ein Bruder für ihn war, teilzunehmen. 1961 wird Stan Laurel der Oscar für sein Lebenswerk überreicht. Am frühen Nachmittag des 23.02. 1965 stirbt er an einem Herzinfarkt.