Skip to Content

[12/2011] Wayne Simmons: Grippe

Cover Simmons GrippeInhalt lt. Buch: Eine hartnäckige Grippe geht um - eine Epidemie sogar, wie manch einer behauptet. Auf Plakaten sagen sie dir, du sollst beim Niesen die Hand vor den Mund halten und Taschentücher nur einmal benutzen. Zu dumm, dass sich diese Grippe nicht von solchen Maßnahmen aufhalten lässt. Hast du sie dir erst eingefangen, klopfen schwer bewaffnete Polizisten an die Tür und sperren dich zu Hause ein, wo du allein sterben musst - und das wirst du innerhalb weniger Tage. Wenn es dann mit dir zu Ende gegangen ist, dauert es keine zwei Stunden, und du schlägst die Augen wieder auf …

Wayne Simmons: Grippe

(OT: Flu, 2010) Voodoo Press 2011; ISBN: 978-3-902802-30-9; Seiten: 276; Übersetzung: Andreas Schiffmann; Ausstattung: Taschenbuch; Buch bei Voodoo: hier

Hallo, hallo, was haben wir denn hier? Ein Buch, dessen erste Auflage noch vor der Auslieferung ausverkauft war – der bisher größte Bestseller des Hauses Voodoo. Verleger Michael Preissl war so clever, den Titel JETZT, mitten im Winter rauszubringen. Einen Horrorroman über eine Grippe mit so richtig beschissenen Nebenwirkungen mitten in der Grippesaison zu publizieren, he he, Hut ab vor diesem Schmäh.

Nun denn, und? Jaaaa, Wayne Simmons rock! Du kriegst Schnupfen, bist nach ein paar Tagen daran gestorben und dann … Zombie!!! Ein schleimender, rotzender Zombie, ein langsamer schlurfender Zombie, der nicht zwangsläufig so bleibt.

Euro-Zombies

Grippe ist ein Volltreffer auf mehreren Ebenen. Zum einen, Schnupfenzombies sind mir neu. Zum anderen, Belfast als Schauplatz war, glaube ich, auch noch nicht da. IRA-Schnupfenzombies! Wir haben es auch mit mehreren Gruppen von Protagonisten zu tun, die eigentlich alle irgendwie Antagonisten sind. Und Simmons weiß, was Leser wünschen – betreffend Gore, Ekel und Action. Dann ist da noch das wunderbare Cover mit den geschmackvollen Ekelfarben Rotzgrün und Eitergelb. Wie gesagt, ein Volltreffer.

Wayne Simmons ist der Beweis, das man aus dem inzwischen zum Mainstream mutierten Thema Zombie noch so allerlei Leckerlis rauspopeln kann. Gute Ideen gut erzählt, schlicht und ergreifend. Das Buch infiziert mit einer Handvoll sorgfältig ausgewählter Standards wie den Militärs und sadistisch-irren Medizinern, mit ein paar ziemlich bescheuerten Prototypen von Zivilisten, bei denen anfangs nicht ganz klar ist, wie man sie einschätzen soll und einigen Figuren, die über sich hinauswachsen.

Standards wie diese tragen Sorge, dass die Zombies in einem vertrauten Biotop reifen und gedeihen können. Eine hauseigene Gewürzmischung aus Schauplatz, Personal und Action verleiht die passende Geschmacksnote, verfeinert durch ein typisch europäisches Trauma und der Tatsache der doppelten Isolation.

Wir befinden uns auf den britischen Inseln und die Protagonisten haben keine Ahnung, wie es im Rest der Welt … keine Sorge, nichts verraten, weil …

Euro-Trash Reloaded

Pimp my Zombie! Würde Lucio Fulci heute noch leben … nein, Paco Plaza oder Juan Carlos Fresnadillo könnten Grippe sicher verdammt viel abgewinnen … und einen geilen Zombie-Film auf die Leinwand rotzen, ha ha ha (Blöd, ich weiß). Mit Simon Pegg in einer Hauptrolle.

Grippe ist ein wirklich lässiger Zombie-Thriller. Clever, spannend und europäisch. Ein dreifaches Hatschi auf ein rundum vergnügliches Gemetzel. Hatschi! Hatschi! Hatschi!

Kurz gesagt:

  • Rotzig

  • Blutig

  • Lässig

Fazit: origineller Euro-Zombie Horrorroman.

Kleiner Hinweis in eigener Sache zu positiven Rezensionen ...