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[12/2010] Das Buch der lebenden Toten

Buch der lebenden Toten Cover klInhalt lt. Buch: Sie kommen und werden euch fressen. Zombies sind die beliebtesten Monster des 21. Jahrhunderts - nicht nur in Filmen, Comics und TV-Serien, sondern jetzt auch im Buch der lebenden Toten, der Anthologie ,ot dem bestem Stories aus dem EVOLVER-Literaturwettbewerb. 22 grausige Geschichten lang schlurfen die hungrigen Untoten durch verlassene Großstädte, Weltkriegs-Schützengräben, japanische Samurai-Epen, Chefbüros und den haitianischen Dschungel. Und sie sind garantiert keine Vegetarier.

 

Thomas Fröhlich & Peter Hiess (Hrsg.): Das Buch der Lebenden Toten

Evolver Books 2010; ISBN: 978-3-9502558-1-2; ca. 232 Seiten; Ausstattung: Paperback, mit s/w Illustrationen von Timo Grubing Inhalt: 22 Zombie Geschichten; Mehr: Evolver Books

Es ist voller Zombies

Pff, ich hasse es, Kurzgeschichten zu rezensieren. Mag ich nicht. Kann ich nicht. Mache es aber trotzdem. Warum? Weil sie verdammt gut sind. Rundum gute Anthologien wie diese bekommt man nicht oft in die Finger.

Zombies sind ein dankbares Thema. Sie sind vielseitig verwendbar – man sehe sich die gerade stattfindende Hochblüte der versatilen Verwendung der verrottenden Gestalten an – und sie sind ziemlich populär, mit gewissen Höhen und Tiefen seit Jahrzehnten. Zombies gibt es wie Sand am Meer.

Darum gilt mein Glückwunsch den Herausgebern* und der Jury* dieser Anthologie. Eine derart gelungene Sammlung nur mit deutschssprachigen Autoren zu erstellen stelle ich mir alles andere als einfach vor. Ein wirklich schickes Titelbild (wäre ein lustiges Poster!) und die stimmigen s/w Illustrationen runden das Werk ab.

Doppelt reizvoll wird dieses Sammlung dadurch, dass es nur um schlurfende Zombies geht. Das Buch ist frei von modischen 28 Days Later Modellen, die durch die Gegend rasen, hier liegen Schrecken und Spaß in der Langsamkeit verborgen – die Wiederentdeckung der Langsamkeit.

Frederika und der kleine Zombie ist die Siegergeschichte und eine der entzückendesten (hrmpf!) Zombiegeschichten, die ich je gelesen habe. George Romero hat einen Auftritt und es gibt Zombies am Friedhof, Nazi-Zombies, Zombies und Wissenschaftler, alles, was das Herz begehrt, ähm, sozusagen.

Bei einer Geschichte verstehe ich nicht, warum sie in der Sammlung ist, weil ich den Zusammenhang mit Zombies nicht sehe – aber es ist eine witzige Story. Und eine Geschichte ist einen Tick zu langatmig. Das sind die einzigen, bei dieser reichen Auswahl wirklich vernachlässigbaren Schwächen. Alles andere deckt den Bogen von »gut so, passt« über »saukomisch« bis »grenzgenial« ab. Es gibt keinen Zombie-Porno und keine Zombies im Weltall, aber ... AUA, BEISST!!!

Das Buch der lebenden Toten ist eine der besten Anthologien, die ich seit langem gelesen haben. Große Auswahl, vergnügliche Variationen des Themas, originelle Ideen und – höchst erfreulich – verdammt gute Zombiestories deutschsprachiger Autoren.

Kurz gesagt:

  • reiche Auswahl

  • überdurchschnittlich gute Anthologie

  • Lesevergnügen pur

Fazit: absolut und uneingeschränkt eine Empfehlung

* Unter anderen waren hier am Werk: Peter Hiess, er hat sich mit Sachbüchern und Romanen um den Fortbestand des lokal-bizarren in der Kriminalliteratur bemüht. Michael Krug hat den Otherworld Verlag gegründet und Autoren wie Brian Keene** oder David Moody** hier zu Bestsellerehren verholfen. Franz Rottensteiner hat eine beeindruckende Anzahl von klassischen und modernen Autoren und ihren Titeln als Herausgeber betreut (bei Zsolnay, Suhrkamp, ...)

** Brian Keene ist der derzeit unbestrittene Meister des Zombieromans und hat das neue Hoch eigentlich losgetreten. David Moody mit seinem »Herbst« Zyklus – Zombiebücher in denen das Z-Wort nicht fällt, hat zuerst im Eigenverlag publiziert und ist dann zum verfilmten Bestsellerautor avanciert.

 

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Buch der lebenden Toten Cover gr