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[10/2011] Daniel H. Wilson: Robocalypse

cover robocalypseInhalt: In einem Labor experimentieren Wissenschaftler mit einer überlegenen künstlichen Intelligenz – bis sie beginnt, sich zu wehren: ARCHOS bringt sämtliche Maschinen der Welt unter seine Kontrolle, vom kleinsten Computer bis zum tödlichen Waffensystem. Die Robocalypse bringt die Menschheit an den Rand der Auslöschung – doch die Maschinen haben nicht mit dem Mut der Menschen gerechnet…

Daniel H. Wilson: Robocalypse

(OT: Robopocalypse, 2011) Droemer 2011; ISBN: 978-3-426-+22600-1; Übersetzung: Markus Bennemann; 461 Seiten; Ausstattung: Trade-Format, Klappbroschur

Tja, so hätte der vierte Terminator sein müssen. Gut durchdachte Wechsel in den Perspektiven, eine clevere Vielfalt an Schauplätzen und vor allem – ein ganzer Berg voll unterschiedlicher Maschinen, die auf unterschiedliche Weise Jagd auf Menschen machen.

Sehr gut durchdacht, sehr ansprechend geschrieben. Schnell, spannend, gewitzt und streckenweise erschreckend realistisch. Wundert es, wenn der Film schon in Arbeit ist? Nein. Daniel Wilson ist ein cleveres Bürschchen – obwohl das Autorenfoto echt … furchtbar ist.

Die Geschichte und ihre Umsetzung sind sehr filmgerecht – beinahe schon wie ein Drehbuch verfasst. Dabei ist im Grunde nicht viel Neues in dem Buch zu finden – es ist einfach nur clever gemacht. Wilson ist einfach einen Berg Filme mit Robotern und Maschinen durchgegangen und hat da und dort eine Idee rausgefischt.

Natürlich die Terminatorfilme. Auch ein wenig I, Robot ist drinnen zu finden. Aber auch solch vergessene Obsukritäten wie der durchaus unterhaltsame Runaway von Michael Crichton, mit Tom Selleck und Gene Simmons. Mörderische Haushaltsroboter. Es lässt sich auch ein wenig Death Machine – ein verdammt witziger, bizarrer Film, M.A.R.K. 13 – Kampfroboter in verwüsteter Welt, oder sogar Red Planet finden – furchtbarer Film über den Mars, aber ziemlich cooler Roboter im Amoklauf-Modus, wenn man das möchte. Und, und und... so viele Quellen von Inspiration.

Robocalypse macht ziemlich viel Spaß. Apokalypse und Roboter sind eine köstliche Mischung und der Verzicht des Autors auf gewaltige Feuerbälle von Explosionen ist sehr angenehm. Statt dessen mit wuselnden, hartnäckigen, sturen Maschinen zu kommen, oft so klein, dass Dutzende, Hunderte in Schwärmen wie Ameisen gegen Menschen vorgehen, das ist cool. Ist viel bedrohlicher als die beschissenen, tonnenschweren, riesigen Transformers. Und vor allem viel glaubwürdiger.

Apropos glaubwürdig: Die künstliche Intelligenz und ihre Sicht auf die Dinge, auf das Leben, die Menschen und was erhaltungswürdig ist und was nicht, wirklich gut gedacht. Wilson hat Informatik studiert und einen Doktor in Robotik – also sollte er wissen, was er da schreibt.

Oh, und mit Software aller Art vollgestopfte Autos dürften eigentlich auch keine gute Idee sein. Vor allem, wenn wie es jetzt auch bei den Handys aussieht, die Betriebssystem immer ähnlicher, immer weniger werden und alles mit allem kompatibel sein muss – das ist die wahre Scheiße. Heute Viren, morgen KI.

Wilson hat sich schon ein einem Sachbuch mit Robotern beschäftigt – How to survive a Robot Uprising; How to Build a Robot Army und in einem Kinderbuch: A Boy and his Bot (nette Anspielung auf den kleinen, dreckigen Apokalypse-Film A Boy and his Dog, 1975, mit Don Johnson, Comic von Richard Corben, Story von Harlan Ellison.) Roboter und Apokalypsen – Dinge, die Wilson beschäftigen.

Lehre aus dem Buch: Sich selbst weiterentwickelnde Maschinen haben, bei aller Begeisterung für Fortschritt, etwas unheimliches an sich. Wenn es nach Büchern wie diesem geht. Und zieht man die Natur des Menschen in Betracht, muss die Sache wohl danebengehen.

Darum: Asimov'sche Robotergesetze! Sofort!

:-)

Robocalypse ist beste Science Fiction für Leute, die keine Science Fiction lesen.

Kurz gesagt:

  • spannend und clever

  • glaubwürdig

  • geschickt geschrieben

Fazit: verdammt gute Unterhaltung. Absolut empfehlenswert


HP des Autors: http://www.danielhwilson.com/