Inhalt lt. Buch: Auf der Suche nach Zerstreuung verliebt sich Larry Gibson bei einem Besuch im Odessa in die charismatische Stripperin Sondra. Als er das Lokal eines Tages verlässt, versteckt sich Sondra unter seinem Auto. Ohne lange zu überlegen, hilft er ihr und nimmt sie mit. Von diesem Moment an ist Larry auf der Flucht vor korrupten Polizisten und der Russenmafia. Um zu überleben, muss er über sich hinauswachsen, jegliche Skrupel abschütteln und zurückschlagen - insbesondere gegen den Anführer der Russen, Whitey, der sich als äußerst schwierig zu töten erweist ...
Brian Keene: Kill Whitey
Otherworld HC 2010; ISBN 978-3-8000-9527-3; 275 Seiten; Übersetzung: Michael Krug; Ausstattung: Hardcover, Schutzumschlag, geprägter Titel; Inhalt: Roman
Brian Keene Kult
Ich liebe die Bücher von Brian Keene. Kill Whitey ist ein wunderbares Beispiel dafür, was ihn zu etwas Besonderem macht: Denkt man zuerst, man hätte einen harten Thriller in der Hand, Russenmafia, Stripschuppen und die anderen klassischen Zutaten, so wandelt sich das Buch sehr schnell in einen handfesten Splatterthriller mit sehr wohl übernatürlichen Elementen. Das ist die eine Seite von Keene, er geht in einigen seiner Büchern eine andere Richtung, als man zu Beginn glaubt.
Authentizität
Das andere feine Element sind die stets realistischen Hauptfiguren, die Joe-Alltag-Typen, die man sehr leicht verstehen und nachvollziehen kann, mit denen eine Identifikation möglich ist und um die man sich im Laufe der Geschichte auch immer mehr Sorgen macht. Man wünscht Keenes Protagonisten ein heiles Ende, das manchmal gewährt wird, manchmal jedoch ausbleibt. Ganz so wie es die Geschichte und ihre innere Logik erfordern.
Verrückte Ideen
Und, besonders hier zeigt es sich, Brian Keene hat einen gut versteckten, bissigen Humor. Wenn man es etwas genauer betrachtet, dann ist Kill Whitey nämlich ein absolut schwachsinniges Buch. Die Idee ist haarsträubend und echt saublöd, so richtig aus der Ecke Hand-gegen-die-Stirn-geklatscht.
Sex, Splatter, Action
Aber: Die Idee ist zugleich grenzgenial, weil Keene genau weiß, was er da verzapft und die Geschichte entsprechend präsentiert: Sehr schnell geschrieben – das Lesetempo des Buches ist hoch und die Handlung spult sich in einem sehr überschaubaren Zeitraum ab. Das Buch beinhaltet (für Keene) überraschend deftigen Sex und ist für Keene typisch ziemlich blutig und brutal, dabei voll entzückend absurder und überzogener Momente, ohne dass dabei die Figuren der Lächerlichkeit preisgegeben werden. All das wird mit einem Augenzwinkern der Marke Bullshit der Spaß macht serviert und macht Autor und Geschichte sehr sympathisch. (Oh - und es gibt eine winzige, witzige Anspielung - Stichwort "Ob")
Unfug und Reales
Kill Whitey ist ein Buch, das nach Authentizität riecht. Larry Gibson ist absolut glaubwürdig und das Schlamassel, in das er dank der schönen Stripperin Sondra gerät, ist ebenso nachvollziehbar. Auch die Umstände scheinen realistisch. Der Rest ist dann großartiger Unfug, der vor allem auch deshalb Heidenspaß macht, weil Keene immer sich selbst und der Geschichte treu bleibt, egal wie abwegig die Sache auch ist. Er biegt nichts zurecht und das ist toll.
Im übrigen ist Brian Keenes Blog sehr unterhaltsam zu lesen und präsentiert den Autor als genauso authentisch, wie es seine Figuren sind. Sehr sympathisch. Reinlesen.
Kurz gesagt:
- haarsträubend
- sehr unterhaltsam
- rundum gelungen
Fazit: tolles Lesevergnügen, uneingeschränkt empfehlenswert
Andere Rezensionen von Brian Keene Titeln: Totes Meer; Die Wurmgötter; Der lange Weg nach Hause; Das Reich der Siqqusim;
Link: Brian Keene
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