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[09/2011] Michael Knoke: Das Tal des Grauens

cover knoke tal grauensInhalt: 1968 bricht eine Expedition in die Bergwelt der Appalachen auf. Die Teilnehmer sind auf der Suche nach einem legendären Tal, von dem die Malecit – Indianer berichten. Außer dem Scout Running Horse kehrt keiner der Männer lebend von der Expedition zurück. Jahre später fällt dem Anthropologen Richard Matheson das lange verschollene Expeditionstagebuch in die Hände. Besessen von der Idee das Geheimnis des Tals zu ergründen, organisiert Matheson eine neue Expedition. Es gelingt ihm Running Horse zu überzeugen, eine zweite Expedition in das Tal zu führen...

 

Michael Knoke: Das Tal des Grauens

Voodoo Press 2010; ISBN: 978-3-9502701-1-2; 151 Seiten; Ausstattung: Taschenbuch; Buch bei Voodoo Press: hier

Ein schräger Bastard, dieses Buch.

Michael Knoke hat sich merkbar bemüht, einen klassischen phantastischen Abenteuer Roman zu verfassen. Die Anspielungen auf Lovecraft, die das Buch beinhaltet, sind dabei eher in der Minderzahl, mir kommen die Professor Challenger Geschichten von Arthur Conan Doyle eher in den Sinn. Weiß der Teufel wie, verschlägt es eine Gruppe von Forschern in ein vom Rest der Welt abgeschiedenes Tal.

Womit ich ehrlich gesagt nicht ganz glücklich bin, ist der Erzählstil. Auch hier klingen die klassischen Stimmen durch, Conan Doyle, Henry Rider Haggard – das hat Knoke gut getroffen. Das schrullige daran ist nur die Zeitepoche. Die Haupthandlung ist Ende der 1970er Jahre angesiedelt und der Erzähler schildert, als wäre er im neunzehnten oder frühen zwanzigsten Jahrhundert daheim. Vielleicht finde auch nur ich das etwas merkwürdig. Reizvoll, aber etwas irritierend.

Sobald die Expedition im Tal eintrifft, lässt der Autor die Zügel schleifen und die Geschichte gibt Vollgas von einer Splatterszene zum nächsten Horror und behält das Tempo bis zum Epilog bei. Das Tal ist schön farbig geschildert, kommt überaus glaubwürdig beim Leser an und bietet wunderbar ekelhafte Kreaturen. Das ist vergnüglich. Das die meisten Figuren eigentlich nur als Kanonenfutter mitgekommen sind, ist von Anfang an klar und war nicht anders zu erwarten. Sie sterben auch entsprechend blutige Tode und das ist gut so.

Michael Knoke hat den Abenteuerroman nicht neu erfunden, das wäre auch völlig überflüssig gewesen. Er hat ihm einen kleinen Drall gegeben und mit einem Schatten Lovecraft gewürzt – eine bekömmliche Mischung, die auf dem schmalen Umfang des Buches sehr gut funktioniert. Das Buch ist ein kurzweiliges Abenteuer und will gar nicht mehr sein. Wer wissenschaftlich akkurate Details und Schilderungen erwartet, ist im falschen Buch.

Das Tal des Grauens ist ein klassischer Genreroman mit modernen Elementen. Das Buch bietet reichlich Unterhaltung und stellt keine hohen Ansprüche. Genau deshalb ist es überaus vergnügliche Lektüre.

Kurz gesagt:

  • leicht ungereimt

  • überaus kurzweilig

  • schick entworfener Schauplatz

Fazit: kurzweiliges und unterhaltsames Splatter-Abenteuer für zwischendurch.