Skip to Content

[09/2011] Carlton Mellick III: Zombies and Shit

cover mellick zombies shitInhalt lt. Buch: Twenty people wake to find themselves in a boarded-up building in the middle of the zombie wasteland. They soon realize they have been chosen as contestants on a popular reality show called Zombie Survival. Each contestant ist given a backpack of supplies and a unique weapon. Their goal: be the first to make it through the zombie-plagued city to the pick-up zone alive. But because there's only one seat available on the helicopter, the contestants not only have to fight off the hordes of the living dead, they must also fight each other...

Carlton Mellick III: Zombies and Shit

Eraserhead Press 2010; ISBN: 978-1-936383-19-1; 288 Seiten; Ausstattung: Trade Paperback

Mellick ist ein verrückter Hund, der gerne Spaß hat beim Schreiben und das merkt man seinen Büchern an. Zwei Titel gibt es bisher in Deutsch: Die Kannibalen von Candyland und Ultra Fuckers, beide entzückend und liebevoll gestaltet bei Festa erschienen. Weitere Titel werden dort folgen.

Zombies and Shit ist ein längerer Mellick und darin tobt er sich wieder einmal so richtig aus. Battle Royale trifft auf Return of the Living Dead trifft auf … ähm … Running Man.

Cerebros! Cerebros!

Man nehme eine bunt gemischte Gruppe von mehr oder weniger großen Arschlöchern, lasse sie irgendwo stranden und gebe ihnen eine gewisse Zeit, um das rettende Ziel zu erreichen. Dabei müssen sie nicht nur die feindliche Umwelt bekämpfen, sondern auch einander. Das ist Battle Royale. Return of … das sind die Zombies, die nicht nur stöhnen, sondern auch einzelne Wörter oder gar Sätze hervorbringen. Ist sehr witzig, wenn man dann in dem Buch auf mexikanische Zombies stößt ...

Ein bizarre Ladung Nekrophilie in pornografisch expliziter Schilderung darf natürlich auch nicht fehlen – wobei die Sache mehr komisch und für Männer schmerzhaft - als sonst etwas ist. Es gibt Sex, jede Menge Splatter und irgendwoher kommt dieser merkwürdige Geruch nach 80er Jahre TV-Serien daher … Huch! Das A-Team! Nein, nicht alle davon, aber der eine dieser Truppe ist hervorragend und ganz im Stil des Terminator eingesetzt … saukomisch.

Brain! Brain!

Reality-TV Perversion, Zombies, Shit, Shit, jede Menge Shit, beschissene neue Welt, Mellick hatte unübersehbar viel Spaß an der Sache. Besonders an dem Nazi, der im Stechschritt durch die Szenerie stapft, eigentlich nix schnallt und seinen lächerlichen Herrenmenschenphantasien nachjagt. Köstlich. Dazu einige Anspielungen auf unsere Zeit und Kultur, die in der Zukunft nur mehr falsch verstanden wird, sofern überhaupt jemand davon eine Ahnung hat.

Zum drüberstreuen gibt es es noch eine Prise verrückter Wissenschaftler, Verräter, mörderische Kreaturen aus dem Labor, Söldner-Punks, ordentliches Gemetzel und schreiend komische Blödheiten. Die unglücklichen Kandidaten der Show werden ziemlich grotesk beseitigt und wer glaubt, den Helden gefunden zu haben … blaues Wunder! Gleich ein paarmal.

Ach ja, Mellick macht einfach Spaß. Und das ist sein fettester Roman seit dem affengeilen Apeshit. Das macht gleich doppelt Spaß.

Kurz gesagt:

  • blutig

  • pervers

  • unterhaltsam

Fazit: Mellick mag man eben … oder nicht