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[09/2010] Edward Lee: Brain Cheese Buffet

Brain Chees BuffetInhalt lt. Buch: Zombie prostitutes, religious rapists, horny werewolves, death by vomit, and sexual fetishes scraped off the sidewalk. From sex prisons to mafia torture chambers, hold on tight because you're about to enter the perverted and twisted mind of Edward Lee. Once you've seen what he has to show you - there's no coming back. Brain Chees Buffet collects nine of Lee's most sought after tales of violence and body fluids. Featuring the Stoker-nominated "Mr. Torso", the legendary gross-out piece "The Dritiphilist", the notorious "The McCrath Model SS40-C, Series S, and six more stories to test your gag reflex.



Edward Lee: Brain Cheese Buffet

Deadite Press 2010; ISBN 978-1-936383-03-0; 179 Seiten; Ausstattung: Trade Paperback; Inhalt: 9 Stories

Vomitus

Edward Lees Sammlung ist eine der härteren Lektüren, die einem unterkommen kann. Selbst mit dem warnenden Schlagwort Bizarro versehen, kommt man bei der einen oder anderen Geschichte sehr schnell an die Grenzen dessen, was man vertragen kann.

Wer allerdings glaubt, hier an stumpfsinnige Ekellektüre zu geraten, der täuscht sich. Einige der Geschichten sind von abgrundtiefer Hinterhältigkeit und münden in bösartige Pointen. Bei Lee schimmert immer wieder eine satirische Note durch, ohne deshalb irgend etwas vom Ekelfaktor zu mildern. So durchgeknallt wie das Titelbild sind seine Geschichten allemal.

Bizarrer Shit

Edward Lee hat ein Händchen für, sagen wir, geisteskranke Stories. Mr. Bizarro zum Beispiel. Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt, darunter eine Figur mit schwer lesbarem Slang. Sehr brutal, ziemlich bösartig und unter Umständen sogar verstörend, weist die Geschichte in dem Sinne entweder nur Antagonisten oder absolut widerwärtige Protagonisten auf – und mündet in eine ausgelassen komische, aber pechschwarze Pointe.

The Dritiphilist wiederum ist genau so rabenschwarz aber kitzelt zwischendurch sehr hartnäckig am Kotzreflex. Was die Hauptfigur durchmacht und die seitenlange Auflistung und detaillierte Beschreibung von -philien ist wirklich schwer verdaulich.

Auch die anderen Stories stehen an Grausigkeit, Obszönität und widerwärtigen Einlagen nicht nach. Das Buch findet eine würde letzte Story mit The McCrath Model SS40-C, Series S. Und wer jetzt an die Seriennummer eines Roboters denkt, könnte verkehrter nicht liegen.

Einige Geschichten schrammen in die Ecken des klassischen Horrors beziehungsweise haben Science Fiction Anflüge. Sie sind nicht derart radikal in ihren Ekeleffekten, aber um nichts weniger unterhaltsam.

Aber vorwiegend wütet Lee in Blut, Eingeweiden und Körperausscheidungen aller Art – und das nicht zu knapp.

Holy Shit

Heyne Verlag hat sich vor ein paar Jahren einmal an Edward Lee versucht, ist aber offenbar an ihm gescheitert. Sehr schade, denn trotz dieser Exzesse an Ekel und Brutalität ist Lee wirklich lesenswert. Zum einen, weil er sehr pointiert ist, zum anderen, weil immer wieder zugegeben sehr makabrer Humor durchschimmert und auch, weil er sich mit seinen weniger radikalen Werken in eine Reihe mit Jack Ketchum oder Richard Laymon stellen kann, die sehr wohl ihr Publikum finden.

Brain Cheese Buffet kann man sich als Lehrstück der gekonnt inszenierten Grausigkeit zu Gemüte führen oder einfach nur seinen Spaß daran haben.

Kurz gesagt:

  • zum Teil extrem grausig

  • pointiert und originell

  • kurzweiliger Spaß

Fazit: Eine Begegnung der besonderen Art


Soweit meine Meinung. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, etc. sind jederzeit willkommen.