Inhalt lt. Buch: Die nahe Zukunft: Der Meeresspiegel steigt rasant an. Städte werden überflutet, Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Was ist die Ursache für diese verheerende Flut? Der Klimawandel? Oder ein anderes, bisher unbekanntes Phänomen? Als die Wissenschaftlerin Thandie Jones eine sensationelle Entdeckung macht, beginnt ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit. Denn die Flut bedrüht das Überleben. der ganzen menschlichen Zivilisation.
Stephen Baxter: Die letzte Flut
(OT: Flood; 2008) Heyne 02/2011; 751 Seiten; ISBN: 978-3-453-53359-2; Übersetzung: Peter Robert; Ausstattung: Taschenbuch, Überschwemmungskarten
Ein Spektakel wie ein Roland Emmerich Film – nur intelligenter. Die letzte Flut ist ein monumentales, ganz klassisch arrangiertes Katastrophenepos und eine stimmungsvolle, überaus unterhaltsame Lektüre. Kein einziges Mal wünscht man sich, der Schinken wäre kürzer, jede Seite hat ihre Berechtigung und bringt die Handlung vorwärts.
Baxter geht mit wohltuender, beinahe altmodischer Gelassenheit daran, das Szenario aufzubauen. Eine Handvoll Protagonisten, eine Handvoll unterschiedlicher Handlungsstränge, die nach und nach miteinander verflochten werden. Dazu eindrucksvoll geschilderte Szenen von Überschwemmungen, Katastrophen und Rettungen.
Auch wenn der enorm steigende Meeresspiegel in Dimensionen vorrückt, die absurd erscheinen, so kann Baxter im Nachwort auf wissenschaftliche Theorien und Arbeiten verweisen, nach denen ein derartiges Szenario möglich scheinen … könnte. Nun, es gibt auch ein oder zwei Elemente, die vom Ansatz her eher zweifelhaft erscheinen, aber das ist schließlich ein Science Fiction Roman zum Thema Weltuntergang. In sich bleibt sich der Roman treu und das ist das Wichtigste.
Sei es wie es sei, was das Buch zur wirklich gelungenen Lektüre macht ist einerseits der Stil von Baxter und sein Gespür für Handlungen, Wendungen und Figuren. Das hat er schon immer gut beherrscht. Zum anderen sind es die Schilderungen der Geschehnisse und ihre Folgen, der langsame Zusammenbruch der Zivilisation, wenn immer mehr Land verschwindet, immer mehr Menschen auf immer weniger Flecken zusammengedrängt werden, wenn Städte und Länder verschwinden.
Schön ist überdies, das wir mit dem Katastrophenszenario in England beginnen und nicht in den USA. Das gibt dem Buch einen eigenen Flair. Überdies spielen die Staaten eine fast bescheidene Rolle im Gegensatz zu sonstigen derartigen Geschichten. Europa, Südamerika sind Schwerpunkte, auch Asien spielt eine größere Rolle, also alleine die Wahl der Schauplätze hat schon beinahe etwas Exotisches an sich.
Die Handlung springt immer wieder in der Zeit und im Pegelstand vorwärts. Für einen beträchtlichen Teil der Leser dieses Schmökers Leser liegt die Zukunft in durchaus realistischer Nähe, das schafft eine gewisse Verbundenheit zu den Protagonisten, immerhin startet die Handlung des Romans 2012 und das ist nicht mehr weit entfernt.
Die halbe Zeit während der Lektüre gab es Schlechtwetter mit starkem Regen. Das hat in Verbindung mit dem Buch immer wieder für eigenartige Stimmungsmomente gesorgt – ein eindeutiges Kompliment für den Roman, der es versteht, seinen Leser derart zu fesseln und in Stimmung zu versetzen.
Die letzte Flut ist ein gewaltiger Ziegelstein und – damit nicht genug. Der kaum weniger dünne Schinken Die letzte Arche (von der ich im Augenblick noch einen gewaltigen Brocken vor mir habe) ist die nahtlose Fortsetzung dieses Werkes. Sich auf Stephen Baxter einzulassen ist so gut wie immer eine packende und überaus unterhaltsame Angelegenheit. Vorausgesetzt, man mag monströs umfangreiche Bücher.
Kurz gesagt:
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klassisches Katastrophenepos
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spannend und glaubwürdig
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überaus unterhaltsam
Fazit: was für eine Strandlektüre!