Inhalt lt. Buch: Die Welt nach der Finanzkrise. Alle Staaten stehen am Rande des Bankrotts und werden nur noch durch ein transnationales Konsortium, das einfach "Die Bank" genannt wird, am Leben erhalten. Cass Jones muss in dieser Welt Morde aufklären, die Taten eines Serienkillers, der sich "der Fliegenmann" nennt; den Tod zweier Schuljungen, die ins Kreuzfeuer eines Bandenkrieges geraten; den Selbstmord seines eigenen Bruders Christian, der zuvor noch Frau und Kind tötet. Bald muss Cass Jones begreifen, dass alle Morde zusammenhängen - nicht nur miteinander und mit dem Zustand der Welt, sondern vor allem auch mit ihm selbst. Eine verstörende Spurensuche in seiner eigenen Vergangenheit beginnt.
Sarah Pinborough: Die Bürde des Blutes
Ueberreuter 2011; ISBN 978-3-80009535-3; 479 Seiten; Trade-Paperback
Der eine oder andere originelle Moment in einem Buch ist letztendlich zu wenig, wenn der Rest nichts zu bieten hat. Pinboroughs Roman ist ein dystopisch angehauchter Thriller, der sich in die Serienkiller Ecke gesetzt hat und dort zu einer Trilogie entfalten will.
Schön. Ohne mich. Das Buch stapelt Klischees, wartet mit unsympathischen, uninteressanten Protagonisten auf, bietet nicht genug Splatter, um wenigstens den Anspruch eines harten Thrillers zu erfüllen und beginnt schon nach wenigen Seiten eine gewisse Ödnis zu verbreiten.
Formelhaftes Schreiben ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es mach durchaus Sinn und Vergnügen einen Roman zu lesen, bei dem man genau sagen kann, was und wie sich die Sache entwickeln könnte. Das ist wie eine kleine Rätselralley. Aber dann sollte der Leser wenigstens eine Figur haben, die ihn interessiert, packende Momente, Spannung. Fehlanzeige hier.
Ich bin der letzte, der etwas sagt, wenn das Buch durchschnittlich geschrieben ist. Das stört nicht, ich neige eher dazu, das zu mögen, wenn es zur Geschichte passt und wenn so ein interessanter und spannender Inhalt präsentiert wird. Der Stil sollte immer zum Inhalt passen – Familiendramen auf Jerry Cotton Niveau sind genauso furchtbar wie ein Jerry Cotton Krimi auf Thomas Mann Niveau geschrieben. Brr. Um wieder auf das Buch zu kommen, der Stil hätte eigentlich zum Inhalt gepasst. Aber mehr Tempo wäre vonnöten gewesen.
Das Cover sieht interessanter und vielversprechender aus, als der Inhalt ist. Der Hauch von Near-Future, der durch diesen Thrillervorwand streicht, wirkt aufgesetzt, als wollte die Autorin ein modisches Gimmick über die Geschichte legen, um sie mehr zu verzieren.
Tja, soweit dazu.
Kurz gesagt:
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zu wenig originell
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zu wenig Thrill und Härte
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zu viel Pseudo
Fazit: hübsches Cover, nichts dahinter