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[05/2010 Film] Clive Barker's Dread

dread posterInhalt: Die drei Studenten Quaid, Stephen und Cheryl starten eine Studie über Furcht. Zu diesem Zweck suchen sie Leute, die ihnen vor einer Videokamera über ihre schlimmsten Ängste erzählen. Was für Stephen und Cheryl eine Arbeit für das Studium ist, stellt für Quaid nur den Auftakt für seine ganz persönlichen Studien über Angst dar. Er ist der festen Meinung, Ängste lassen sich nur überwinden, wen man mit ihnen konfrontiert wird ...



Clive Barker‘s Dread

UK/USA 2009; 2.35:1, ca. 94min LV+P: Clive Barker B+R: Anthony DiBlasi D: Jackson Rathbone, Shaun Evans, Hanne Steen, Laura Donnelly

[1] Clive Barker‘s

Ähnlich wie bei Midnight Meat Train ist Clive Barker auch hier als Producer tätig gewesen und hat es somit geschafft, zwei Verfilmungen seiner Geschichten auf ein höheres als sonst übliches Niveau zu bringen. Nicht, dass die Filme perfekt wären, aber besser, als man es gewohnt ist, wenn man mit Stoffen nach Barker konfrontiert wird.

[2] Clive Barker‘s

Nun, Anthony DiBlasi, der Regisseur von Dread, war Exec-Producer bei Book of Blood, ebenso bei Midnight Meat Train und jetzt hat er bei Dread gleich die Regie auch übernommen. Als optisch extremer Gegenentwurf zu Train ist ihm Dread hervorragend gelungen. Sein Film ist ruhig, wirkt dreckig und abgefuckt, das Bild ist manchmal ziemlich grobkörnig und der Stil der Inszenierung ist ... britisch. Etwas unterkühlt, dokumentarisch im Ansatz, ohne aufwändige teschnische Spielereien.

[3] Clive Barker‘s

Dread ist eine der Geschichten von Barker, die ihr Grauen im Kopf entwickeln, entfalten und dann in kurzen, rabiaten Ausbrüchen nach draußen tragen. Was Quaid tut, und das sollte man sich selbst ansehen und nicht erzählt bekommen, macht er aus eigenem Antrieb. In seiner Psyche ist nur der eigene Wahnsinn beheimatet. Und das Tragische an der Sache ist, nichts von den Dingen, die Quaid tut, ist unvorstellbar. Es ist grausig und abartig und für sensibliere Gemüter sicherlich auch sehr verstörend zum beobachten, aber viele Dinge finden sich tagtäglich in den Nachrichten. Sie so vorgeführt zu bekommen, das ist ... rülps.

[4] Clive Barker‘s

Als herausragend in der Darstellung von Quaid sei Shaun Evans erwähnt. Der Mann ist richtig gut. Die nervöse, nach außen hin freundliche Aura, hinter der man den Wahnsinn lauern sieht, das transportiert Evans glaubwürdig und ohne großen Aufwand. Damit spielt er sicher neunzig Prozent aller geleckten, nervtötenden Jungstar-Arschlöcher Hollywoods, die Generation Shia LaBeauf, locker an die Wand. Die Co-Stars sind ebenfalls sehr gut, aber Evans stiehlt allen die Show.

[5] Clive Barker‘s

Im Großen und Ganzen gibt es an Dread nicht viel zu bemängeln. Er verursacht Nervenkitzel, er hat rabiate Anflüge von Gewalt, er ist psychisch brutal, sehr gut gespielt, dezent und passend inszeniert, rundum ein gelungenes kleines B-Movie. Irgendwie ist es nicht der ganz große Wurf, das Meisterwerk, aber das kann man wohl nur von sehr wenigen Verfilmungen nach Barker sagen. Ein Film, der sein Ziel erreicht und befriedigt entläßt. Ist im Grunde wunderbar so, oder?

Kurz gesagt:

  • sehr gut gespielt

  • psychologischer Horror

  • genügend Blut für Gorehounds

Fazit: Dread ist eine Bereicherung für die Sammlung


Soweit meine Meinung. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, etc. sind jederzeit willkommen.