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[05/2010] Brian Keene: Totes Meer

Brian Keene Totes MeerInhalt lt. Buch: Die Menschheit steht am Abgrund: Ein heimtückischer Virus, zunächst nur übertragen von Ratten, verwandelt die Menschen in lebende Tote, die nur ein Ziel kennen: frisches Menschenfleisch. Wer von diesen Zombies gebissen wird oder mit ihren Körpersekreten in Berührung kommt, mutiert ebenfalls innerhalb kürzester Zeit zu einem hungrigen Monster. Auch die Stadt Baltimore gleicht einem Schlachtfeld: Supermärkte werden geplündert, Häuser niedergebrannt, Leichen liegen auf der Straße, der Verwesungsgestank hängt über der ganzen Stadt. Der Fabrikarbeiter Lamar, der vor Kurzem seinen Job verloren hat, und ein kleines Häuflein Überlebender machen sich auf den Weg zur Küste, in der Hoffnung, auf dem offenen Meer in Sicherheit zu sein. Doch schon bald müssen Lamar und seine Freunde feststellen, dass die tödliche Gefahr auch im Ozean lauert ...



Brian Keene: Totes Meer

(OT: Dead Sea; 2007) Heyne 05/2010; 383 Seiten; ISBN 978-3-453-52705-8; Übersetzung: Charlotte Langstrass; Ausstattung: Heyne Taschenbuch

Heut ist Zombieball...

... lautet der Refrain eines Liedes des leider viel zu früh verstorbenen Georg Danzer. Der Roman von Brian Keene ist so ein Zombieball, der mit einem grenzgenialen ersten Satz eingeleitet wird – Zitat: »Ich erschoss die Schlampe erst, als sie anfing, Alans Gesicht zu fressen.« Zitat Ende. Waaaa, das ist eine der steilsten Einleitungen eines Romans, die ich je gelesen habe und noch besser, das Buch hält, was es mit diesem Satz verspricht.

Wer Keene bis jetzt nicht kennt – ts, ts, das gehört geändert, sofort! Totes Meer ist sein viertes Buch auf Deutsch, die bisherigen Veröffentlichungen sind bei Otherworld erschienen, darunter der monumentale Ziegelstein Im Reich der Siqqusim, ein Meisterwerk, wie es Stephen King schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr zusammengebracht hat. Für alle Titel von Brian Keene gilt: Absolut lesenswert.

Ri-Re-Rattendreck

Keene benutzt hier eine von den Ratten ausgehende, speziesübergreifende Seuche, die für diese neue Variation der wandelnden Kadaver verantwortlich ist und die – soviel wird schon aus der Inhaltsangabe klar nicht beim beim Menschen stoppt.

Aber wie schon bei Siqqusim verpasst Keene seiner Geschichte einen originellen Drall, der aus unseren untoten Freunden frische Darmschlingen hervorholt, die noch appetittlich duften. Soll heissen, der Roman ist originell. Außerdem wunderbar ekelig, verflucht brutal und sehr detailliert, was wichtige Details wie Bisse, Blut und Beuschel betrifft.

Zi-Za-Zombiespaß

Alles, was Mensch von einem guten Zombieroman erwartet, ist in diesem Buch zu finden. Ein Held mit Macken, politisch höchst unkorrektes Gemetzel, ein paar derbe Kommentare Richtung Realität und jede Menge Zombies. Wirklich viele, was für ein Gewimmel. Nach dem klassischen Schauplatz Stadt, in diesem Fall eben Baltimore, wechselt die Geschichte auf den Ozean hinaus, auf ein Schiff und bringt so neue Möglichkeiten des kunterbunten Blutbades ins Spiel.

Totes Meer ist schnell gelesen und macht mächtig viel Spaß, da sich Keene gut auf zynische Heiterkeit versteht und ordentlich damit würzt. Der Cast der Geschichte ist eine gut gelungene Mischung aus Klischees und Originalität und bietet das nötige Füllmaterial zwischen den Gemetzeln.

Totes Meer ist genau das, was man von einem Zombiethriller erwartet: Saftiger Spaß ohne eine Minute Langeweile. Perfekt.

Wie bei Siqqusim und Wurmgötter oder natürlich auch Der lange Weg nach Hause dringt auch hier Keenes offenbare Vorliebe für globale Katastrophen durch, aus denen er sich ein paar Szenen und Momente herauspickt. Allein mit diesen vier Werken hat er sich damit zum Meister der Apokalypse qualifiziert.

Kurz gesagt:

  • sehr deftig

  • sehr unterhaltsam

  • sehr Brian Keene

Fazit: ein wunderbares, geschmackloses Vergnügen


Soweit meine Meinung. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, etc. sind jederzeit willkommen.