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[04/2012] Mark Z. Danielewski: Only Revolutions

Cover Only RevolutionsInhalt: Das Schicksal der Liebe von Sam und Hailey ist das Leben. Das Leben, dem sie zu entkommen versuchen. Bei ihrem Trip quer durch die USA verfolgt sie stets das Schicksal der Geschichte, nicht nur der amerikanischen, sondern der Weltgeschichte. Als ewig Sechzehnjährige reisen sie durch zweimal hundert Jahre, vom amerikanischen Bürgerkrieg bis zum Kalten Krieg und von der Bürgerrechtsbewegung bis zum Irakkrieg. Zwei junge Liebende, die ihrem Schicksal entgegentreiben.

Mark Z. Danielewski: Only Revolutions

(OT: Only Revolutions, 2006) Tropen 2012; ISBN: 978-3-608-50123-0; Seiten: 365; Übersetzung: Gerhard Falkner, Nora Matocza-Falkner; Ausstattung: Hardcover, 2 Lesebändchen, farbig gedruckt

Die Geschichte wird sowohl aus der Perspektive von Sam wie von Hailey erzählt. Man kann den Roman sowohl »vorne« wie auch »hinten« beginnen – die Handlung trifft in der Mitte zusammen. Jede Seite des Buches enthält die Erzählung, auf dem Kopf stehende Erinnerungen, die weit in die Zukunft reichen sowie Schlagzeilen des jeweiligen Jahres. Das o ist in anderer Farbe gedruckt, deren Pantone Wert ebenfalls auf der Seite nachzulesen ist.

Wer jetzt gedacht hat, Das Haus von Danielewski sei kompliziert zu lesen, wird sich wundern. Denn die Empfehlung des Verlages lautet, alle 8 Seiten die Perspektive zu wechseln. Und nachdem es darum gegangen ist, pro Doppelseite vier Cantos zu je 90 Worten zu erschaffen, möchte ich mir nicht im Ansatz ausmalen, wie sich die Übersetzer geplagt haben müssen.

Only Revolutions ist ein faszinierendes Experiment und eine Herausforderung an das eigene Leseverhalten. Das Buch ist begeisterungswürdig und ringt zumindest dem Rezensenten Hochachtung vor Autor und Übersetzern ab.

Zugleich muss ich auch zugeben, an dem Buch gescheitert zu sein. Ich habe es nicht zu Ende gebracht. Ich bin ganz offensichtlich zu dumm, dieses Stück Arbeit zu schaffen, mag es noch so genial sein. Es fehlt mir am Intellekt zu kapieren, was ich überhaupt noch lese, wenn ich die Seiten drehen und Perspektive wechseln muss.

Auf der anderen Seite würde ich trotzdem und uneingeschränkt die Empfehlung aussprechen, sich an dieses Buch heranzuwagen und es zu probieren. Wenn man scheitert, dann auf hohem Niveau. Wenn man es meistert, dann muss das enorm befriedigend sein. Und zum dritten hat Mark Danielewski mit Das Haus schon ein meisterliches und herausforderndes Ungetüm geschaffen, das man ebenfalls getrost als einmalig bezeichnen kann.

Only Revolutions ist einmalig und ich bin sicher, in ein paar Jahren werde ich auch am nächsten Danielewski scheitern – aber mit großer Lust und noch größerem Vergnügen. Ich mag dumm sein, aber immer noch klug genug, um Vergnügen daran zu finden, von einem Buch als Idiot vorgeführt zu werden und daran Spaß zu haben. Auf Englisch hätte ich mich niemals daran gewagt, soweit kenne ich meine Grenzen. Stephen King auf Englisch absolut, aber Mark Z. Danielewski, nein, keine Chance.

Danke an Tropen/Klett Cotta und die Übersetzer, dieses Scheitern auf Deutsch zu ermöglichen :-)

Kurz gesagt:

  • meisterhaft konstruiert

  • komplex und fordernd

  • absolute Herausforderung

Fazit: Schwer beeindruckend