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[04/2011] Kevin Shamel: Rotten Little Animals

Rotten Little Animals CoverInhalt lt. Buch: Sehen Sie was passiert, wenn eine tierische Filmcrew einen menschlichen Jungen entführt und einen Film über diese Entführung dreht. Lesen sie Dinge über die NAtur, die gar unnatürlich sind. Fürchten Sie ihr Tiere von diesem Tage an. Zombie-Katzen Angriffe, Schießereinen, Puppentheater im Drogenrausch, explosive Autoverfolgungsjagden, Kamera Hühner, Fledermaus Akrobaten, wilder Sex, Martini Partys, Rotten Little Animals ist eine verrückte Reise durch die Underground Tier Filmszene und ihren Weg ganz nach oben.

 

Kevin Shamel: Rotten Little Animals

(OT: Rotten Little Animals; 2009) Voodoo Press 2010; 82 Seiten; ISBN 978-3-9502701-4-3; Übersetzung: Michael Preissl; Ausstattung: Trade Paperback

Rotten Little Animals ist ein tierischer Stinker der ziemlich unterhaltsamen Art. Die Mistvieher sind von einer Qualität an Widerlichkeit, die zuletzt Peter Jackson 1989 in seinem Meet the Feebles auf das Publikum losgerotzt hat. Wer erinnert sich nicht mit Freude an Heidi das Nilpferd oder den Hasen mit seiner widerlichen Infektion? Der Debütroman von Kevin Shamel ist ähnlich geschmackvoll.

Ein Stinker von Ratte als Snuffregisseur und andere spaßige tierische Blödheiten müffeln aus den Seiten des dünnen Büchleins hervor – sehr genial die Zombie-Katzen und die Kamera-Hühner. Quatsch mit Soße, appetitlich angerichtet und genauso 'gschmackig wie die gelegentliche, fleischige Dröhnung im Schweizerhaus im Wiener Prater. Mjam, lecker.

Weil das Bändchen – wie unschwer zu erraten ist – ein Bizarro Buch ist, gibt es natürlich auch politisch unkorrekten Splatter, sehr viele merkwürdige Drogenmixturen für Minderjährige und Artenübergreifenden Sex, wobei sich die Frage stellt, ob wirklich jedes Vieh ein Huhn ficken kann? Weiß das jemand?

Sehr nett ist auch der Seitenhieb Richtung Menschen, besonders die auch in der Realität äußerst abstoßende Methode von Eltern, sich über ihre Kinder zu profilieren, indem man sie ins Rampenlicht zerrt und in den Film bringt. Und die Fortsetzungen. Ach ja: Happy, der ständig angepisste Braunbär – welch wunderbare Charakterisierung.

Bei all dem vergnüglichen Scheiß, den Shamel da abgesondert hat, hätte sich der Rezensent dieser Zeilen an der einen oder anderen Stelle gewünscht, der Autor wäre bei diversen Details etwas ausführlicher gewesen und hätte nicht immer wieder Sprünge und Auslassungen getätigt, die ein wenig irriteren. Aber die eigene gruselige Gedankenwelt füllt da die vermeitlichen Lücken gut aus - bäh.

Kurzes Vergnügen, dünnes Buch. Feine Sache, wenn man Unfug mag. Und wenn Shamel es schafft, die Sache mit den gelegentlich irritierenden Vorwärts-Sprüngen in der Handlung in den Griff zu bekommen, dann blüht uns Lesern was... einen Sinn für bescheuerte Details hat er jedenfalls. Und das Cover passt wie die Faust aufs Aug.

Kurz gesagt:

  • wilderliche Vieher

  • skurrile Idee

  • witzige Details

Fazit: Bizarro mag man eben, wenn man es mag...

Rotten Little Animals Cover