Skip to Content

[04/2011] Jason N. Beil: Verrat in Faerie

Cover Talisman FaerieInhalt lt. Buch: Alek Maurer und seine Gefährten treffen im Reich Faerie ein. Obwohl man ihnen zunächst mit Argwohn begegnet, wähnen sie sich in Sicherheit. Sie wollen den Talisman der Macht nur noch an seine rechtmäßigen Besitzer, die Elben, übergeben und in ihr beschauliches Leben zurückkehren. Doch der Arm ihres Verfolgers, des grausamen Hexers Salin Urdrokk, reicht weiter, als sie dachten. Erneut müssen Alek und seine Freunde über sich hinauswachsen und versuchen, die Welt vor einem finsteren Schicksal zu bewahren...

 

Jason N. Beil: Verrat in Faerie (Die Talisman-Kriege 2)

(The Talisman of Faerie [Pt. 2]; 2004) Otherworld 2010; ISBN 978-3-8000-9536-0; 392 Seiten; Übersetzung: Michael Krug; Ausstattung: Paperback, Klappbroschur; Personenregister

Dieser zweite Band ist im Grunde die zweite Hälfte eines Romans, der auf Deutsch des Umfangs wegen auf zwei Bücher aufgeteilt wurde. Der tatsächliche nächste Roman dieses Zyklus wäre »The Sword of Kings«, ob es eine deutsche Übersetzung geben wird, ist allerdings ungewiss.

Im wesentlichen lässt sich über dieses Buch kaum etwas anderes sagen als über den vorherigen Band. Eine nette Fantasygeschichte, wie sie auch schon origineller erzählt wurde. Eine etwas absurde Namensgebung bei den Figuren und eine Handlung mit zahlreichen Intrigen, die derart durchsichtig sind, dass Agatha Christie dagegen wie ein Ausbund an Scharfsinn erscheint.

Das Ganze ist streckenweise schmerzhaft ungelenk und kitschig erzählt, wobei der Kitsch den eher durchschnittlichen Erzählkünsten des Autors zu verdanken ist. Was man dem Buch aber zugute halten kann, ist eine in einem Nebensatz fallende Andeutung, die etliche haarsträubende Elemente in ganz neuem Licht erscheinen ließe. Aber ob sich die Mühe wirklich lohnt, sei dahingestellt.

Das merkwürdige an dem Buch ist eigentlich, dass man es liest, obwohl man schon die erste Hälfte haarsträubend gefunden hat. Eine wilde Mischung aus unfreiwillig komisch (die Killerin mit dem absurden Namen Stiletta!) und höchst ärgerlich – natürlich darf und kann sich jeder Autor von anderen Büchern inspirieren lassen und auf gute Ideen zurückgreifen. Aber derart plump sollte es nicht sein, wie es Beil gemacht hat.

Jason Beil als Griff ins Klo zu bezeichnen wäre weder fair noch angebracht. Er ist ärgerlich, weil er den Stoff für einen soliden, lässigen Fantasyroman mit Fetischelementen versemmelt hat. Er ist lesbar, wenn man gerade wirklich nur triviale Unterhaltung möchte und sein Hirn keinesfalls in Betrieb nehmen will. Er hat ein paar witzige Momente, die eher unfreiwillig sein dürften (Stiletta!) und die Liebesgeschichte ist übler Kitsch, der nicht sonderlich berührt. Aber man kann das Buch sehr schnell lesen, wodurch die Gefahr von Langeweile gebannt ist.

Ich frage mich nur, wenn ich das Buch so schlecht finde, warum habe ich es überhaupt fertig gelesen? Tja, das dürfte genau das merkwürdige Element dieses Werkes sein, das es zum funktionieren bringt.

Kurz gesagt:

  • zweite Hälfte eines Romans

  • holprig und ungelenk erzählt

  • sehr viel verschenktes Potential

Fazit: wenn man gerade hirnlose Lektüre braucht

[Eigenwerbung: Mein virtuelles, vorgebliches Sozialleben auf Facebook]