Inhalt: Lord Blackwood ist ein Ritualmörder, der unter Beihilfe von Homes und Watson festgenommen wird. Blackwood wird hingerichtet, begraben und kehrt scheinbar aus dem Jenseits zurück, um sein Werk zu vollenden. Das löst Unruhe unter der Bevölkerung von London aus und ... bla bla bla, es ist doch vollkommen egal, worum es in diesem Film geht. Die übliche mystisch aufgepeppte bla bla bla Verschwörungsgeschichte und bla bla bla Weltherrschaftsonanie, die mit den üblich logischen bla bla bla Schlußfolgerungen von Holmes nach und nach aufgedeckt wird und Sherlock ist ein bla bla bla Actionheld mit einem hübschen bla bla bla Love-Interest und bla bla bla jeder Menge Verfolgungen und bla bla bla Slow-Motion Prügeleinlagen und bla bla bla mit jeder Menge bla bla bla ...
Sherlock Holmes
USA 2009; 1.85:1; ca. 128min; R: Guy Ritchie; B: Michael Robert Johnson; Anthony Peckham; D: Robert Downey jr.; Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong
Sherlock Bond
Guy Ritchie ist ein erbärmlicher Regisseur. Er ist unoriginell und ohne jeden Funken Kreativität. Das einzige, worauf er sich hier verlässt, sind zwei Dinge: Zum einen das Produktionsdesign, das sehr hübsch, wenn auch nicht überwältigend oder neuartig ist. Aber es bemüht sich redlich, Stimmung zu erzeugen, was zwischendurch in einzelnen Szenen durchaus gelingt.
Die zweite Stütze des Regisseurs, der so gerne ein guter, kreativer, origineller Filmemacher wäre, es aber niemals sein wird, obwohl er meint, es zu sein, ist sein Hauptdarsteller. Robert Downey jr. Dieser beherrscht jede Szene, spielt mit einer noncholanten Leichtigkeit, die beeindruckt und ist der einzige, der dieses aufgeblähte, aufgehübschte Nichts von einem Filmchen unbeschadet übersteht.
Ja sicher, da ist Jude Law, aber der hat schon lange keinen Film mehr gemacht, wo er mich beeindruckt hätte. Und dann ist da Rachel McAdams, hm, ja, sehr hübsch, gefangen in einer kleinen, nichtssagenden Rolle, die ihr keine Möglichkeit gibt, zu zeigen, ob sie etwas kann. Dabei wäre sie als Gaunerin und Love-Interest von Holmes eine sehr interessante Figur. Aber weder die Autoren noch der Regisseur wissen mit ihr etwas anzufangen.
Robert Downey jr., man kann ihm nur gratulieren, wie unbeschadet er durch dieses Filmdesaster marschiert, unberührt von der Durchschnittlichkeit und der Langeweile dieses Machwerks eines Regisseurs, der immer dasselbe macht und nur glaubt, cool zu sein. Oh, Richie strengt sich so sehr an, hipp und anders zu sein und hippe Filme zu machen - aber unterm Strich ist jeder Michael Bay Schrott unterhaltsamer. Robert Downey jr. ist in diesem Luftballon ohne Luft total verschwendet. Der Mann kann grandios spielen, wenn man ihm etwas zu spielen gibt.
Schnarchmützenactionfilm
Lieber Himmel, Sherlock Holmes langweilt. Durchgehend. Man sieht zu, wie alle ihre Szenen spielen und zwischendurch explodiert mal etwas. Die extremen Slow Motion Szenen wenn Sherlock Holmes beim Boxen darüber philosophiert, wie er wo hindreschen muss, sind ja ganz witzig, werden dann aber in einem Tempo wiederholt, das uns zeigen will wie toll und schnell doch Holmes ist - schnarch. Überflüssig, total überflüssig. aber viel zu wenig um die elendig langen 120 Minuten zu füllen.
Es kommt keine Spannung auf, weil von Anfang an klar ist, wie der Film enden wird. Weil von Anfang an klar ist, das die Holmes / Watson Beziehung eine Männerfreundschaft mit flapsigen Sprüchen ist, weil der Film eine Joel Silver Produktion ist und deshalb unbedingt die Möglichkeit zu einer Fortsetzung bieten muß, es ist ein einfaches, durchkalkuliertes Produkt.
Ein Film, der darauf abzielt, für zwei Stunden Kiddies zu unterhalten, die einander lieber ins Höschen greifen würden und ohnehin kaum darauf achten, was sie sich angucken. Und weil dem so ist, wird Inspektor Lestrade zu einer dümmlichen, doch zuverlässigen Nebenfigur, weil ihn die Zielgruppe sowieso nicht kennt. Darum ist der Versuch, Moriarty auf geheimnisvoll einzuführen total lächerlich, weil wer zum Teufel ausser Viellesern und Leuten jenseits der Mitte Dreißig kennt schon Moriarty?
Sound of Zimmer
Witzig ist auch das: Die Musik von Hans Zimmer. Sie ist wirklich witzig. Aber sie ist vollkommen falsch, sie paßt nicht zum Film, sie ist überpräsent und lenkt zwischendurch tatsächlich von der Handlung, äh, Bilderschau, äh Action, ach, von dem Film halt ab.
Kurios. Die Macher dieses Machwerks versuchen mit allen Mitteln, soviel Bling Bling zu erzeugen, damit man nicht mitbekommt, was für ein Nichts der Film ist. Wenn ein Film nicht die Musik benutzt, um die Stimmung zu fördern, zu steigern, um Gefühle und Emotionen zu wecken, sondern damit einfach streckenweise die Tonspur zukleistert, damit die Zuschauer hören können, wie witzig der Sound doch ist, dann hat dieser Film ein gewaltiges Problem.
Gähn
Habe ich schon erwähnt, wie langweilig und unoriginell Guy Ritchie, der Regisseur, ist? Er versucht tatsächlich aus Sherlock Holmes einen Popstar zu machen, mit den ach so öde modernen Reißschwenks, Jumpcuts und wie der ganze Scheiß heißt. Mr. Richie dreht keinen Film, er schleudert bunten Rotz auf ein weißes Blatt Papier und glaubt, er hat damit ein Gemälde geschaffen.
Tja, das ist der Film für mich. Hat es sich gelohnt, dafür ins Kino zu gehen? Nein, ganz sicher nicht. Ist sehr schade um jeden Cent. Lohnt es sich den Film auf DVD oder BluRay zu kaufen? Ha ha ha, aber wirklich ... nöööööö. Ausborgen? Ach was. Wenn der Müll mal im Fernsehen läuft, dann reicht das auch.
Warum hab ich mir den Film angeschaut? Ich hab schon vorab beim Trailer schlimme Befürchtungen gehabt und hab ihn ohnehin lange hinausgezögert – warum also bin ich den Film gucken gegangen? Ich hab in einem Kurzschluß echt gemeint, der Film könne ganz unterhaltsam sein. Sowas blödes. Scheiße, ich will die zwei Stunden meines Lebens zurück.
Kurz gesagt:
- langweilig und unoriginell
- unoriginell und langweilig
- Ein Schas im Wald
Fazit: Ein Ärgernis, das man am Besten sofort wieder vergißt
Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, etc. sind jederzeit willkommen.