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[01/2012] Interview: Michael Preissl - Voodoo Books

Vodoo LogoVoodoo Press ist ein junger Verlag, treibt erst seit 2009 sein Unwesen. Michael Preissl ist der umtriebige, junge Verleger. Wundert es, im Programm junge Genres wie Bizarro oder bei uns bisher unbekannte Autoren wie Jordan Krall oder Wayne Simmons  zu finden? Eigentlich nicht, denn das passt zusammen. Es ist aufregend und macht Spaß. Von Möllersdorf in Niederösterreich aus streckt der noch kleine Verlag seine Tentakel aus, um die deutschsprachige Welt zu erobern. Und Voodoo Press ist kommunikativ - neben der Voodoo Website findet man den Verlag bei Facebook, Google+, Twitter.

Die Cover (draufklicken zur größeren Version) gehören zu folgengen Titeln aus dem letzten und dem kommenden Programm (Die Links führen direkt zur HP bei Voodoo): Wayne Simmons: Grippe hier -> Ronald Malfi: Die Treppe im See hier -> Jordan Krall: Für eine Handvoll Füße hier -> Daniel I. Russell: Komm in die Dunkelheit hier -> Markus Böhme: Die Nacht der Herzen hier -> Cameron Pierce: Die eingelegte Apokalypse der Pfannkucheninsel hier -> Michael Preissl (Hrsg.): Wicked hier ->

Mit welchen Erwartungen/Hoffnungen gehst Du in das Jahr 2012?

Ich hoffe, es klappt alles so reibungslos, wie wir uns das vorgenommen haben – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt :-).
Meine Erwartungen sind, dass unsere geplanten Bücher gut ankommen, die Leute zum Nachdenken und zum Lachen bringen und dem Namen „Größter Phantastik-Verlag Österreichs“ gerecht werden. (Es sagt schon einiges über den schwierigen Buchmarkt/Verlagswelt in Österreich aus, wenn ein Kleinverlag sich mit so einem Titel schmücken darf. Es sollten im Fernsehen mehr Bücher besprochen werden :-), oder vielleicht Werbevorschauen für die nächste Bucherscheinung.)

Cover Voodoo GrippeDein größter Erfolg 2011?

Es lief alles gut, bis auf ein paar zeitliche Verschiebungen von ungeplanten Titeln, die eigentlich erst nächstes Jahr erschienen wären! Druck pur. Doch die englischsprachigen Autoren machen sich da keinen Stress, da erscheint das Buch wenn es erscheint. Ein bisschen Lockerheit hierzulande wäre manchmal wünschenswert.
Büchertechnisch kam die noch etwas unbekannte Bizarro-Fiction-Sparte gut an, was mich persönlich sehr freut, und die wir 2012 um einige abgedrehte Titel erweitern werden.

Dein größter Flop 2011?

Ich kann zum Glück keinen Flop nennen. Alle Titel kamen gut an. Es war für jeden Phantastik-Leser das ein oder andere dabei.

Wie geht es dem jungen Verlag Voodoo Press?

Wir sind gesund und munter, fühlen uns gut und sind für alle Schandtaten bereit :-). 2011 war lehrreich in jeder Hinsicht, und wir haben eine Menge erreicht.

Was war  eigentlich die größte Schwierigkeit bisher?

Als Kleinverlag ernst genommen und nicht immer mit großen Verlagen verglichen zu werden. Einem Kleinverlag stehen nicht die finanziellen Mittel und nicht immer das Personal zur Verfügung, die er für einen reibungslosen Ablauf eines Projektes brauchen würde. Das alles muss er sich hart erarbeiten und kostet viel Zeit und Engagement. Deshalb trifft es einen manchmal umso härter, wenn man die Axt zu spüren bekommt. Im Internet darf sich eben jeder verwirklichen.
Anfangs bereitete uns das Kopfschmerzen. Wir mussten lernen, damit umzugehen. Heute lächeln wir darüber wenn beispielsweise unsere Druckqualität bemängelt wird, wo wir doch wissen, dass auch große Verlage in ebendieser drucken lassen ... Wieso gibt es eigentlich keine Selbsthilfegruppen für Verleger? Eine Marktlücke! Hier könnten sich alle ausheulen kommen mit anschließender Meditation gegen den hohen Blutdruck und eventuell einer therapeutischen Unterstützung gegen diverse Selbstkasteiung. :-)

Cover Voodoo TreppeHat das Verlegerpaar Preissl eigentlich auch mal zwischendurch einen Tag frei – so für sich und ein Sozialleben?

Na ja, muss man sich als Selbstständiger hart einteilen. Heißt ja: selbst und ständig. Aber ohne ein bisschen Freizeit wäre das Ganze nicht zu schaffen. Irgendwann muss man abschalten. Wir versuchen, uns die Wochenenden freizuhalten. Obwohl wir da – oder zu Feiertagen – meist Öffentlichkeitsarbeit, wie Interviews oder twitter, facebook oder Angebote von Firmen, Selbstständigen, oder eingesandte Manuskripte etc. bearbeiten. Eben alles, was unter der Woche liegen bleibt.

Was fällt Dir zum Thema eBooks ein? Generell und speziell für Voodoo Press?

Wir wollen nach und nach all unsere Titel auch als eBook anbieten. Mir war es wichtig, auf diesen Zug aufzuspringen. Wir begrüßen alles Neue rund ums Buch!
Allerdings war ich anfangs doch sehr skeptisch. Das Thema Raubkopien schwirrte mir im Kopf herum. Doch ich habe herausgefunden, dass die Typen, die Raubkopien von eBooks anbieten, sogar Titel einscannen, die es bislang nur als Print Version gibt. Unglaublich eigentlich, wenn man sich vorstellt, da steht jemand und scannt ein 200-Seiten-Buch ein – und verschenkt dann sein erworbenes Buch und seine Arbeitszeit ...

Wie denkst Du über das Self-Publishing von Autoren – ist das langfristig eventuell eine Bedrohung für Genreverlage wie Voodoo Press?

Als Bedrohung sehe ich das keinesfalls. Es bietet Autoren eine gute Chance ihre Werke zu veröffentlichen, einmal zu sehen wie viel Arbeit dahintersteckt und erste, nicht von Freunden und Bekannten stammende Kritiken zu erhalten.

Cover Voodoo KrallWelcher Autor, den Du unbedingt im Programm haben wolltest, ist Dir durch die Lappen gegangen?

Mir ist zum Glück noch keiner durch die Lappen gegangen. Allerdings gab es zum Beispiel einen Fall, wo uns die Rechte auf weitere Werke von einem unserer Autoren weggeschnappt wurden. Es gibt eben unter Verlegern nicht nur Fair Player, aber das gehört zu den nicht so erfreulichen Dingen im Verlagsleben. Jedoch zeigt es uns, dass wir einen guten Riecher bei der Suche nach begehrten Autoren haben :-)

Über welchen Autor freust Du Dich ganz besonders, ihn bekommen zu haben?

Ich bin von all unseren Autoren angetan, da gibt es keine Ausnahme. Es sind alles kreative Menschen, mit denen es Spaß macht zusammenzuarbeiten. Sie sind es, weswegen man all das gerne macht, warum einem diese Branche am Herzen liegt. Es gibt nichts Schöneres als die Freude, mitzuerleben, wenn man ihnen eine gute Rezension übersetzt (wenn sie nachfragen, ob ein wirrer Satz wirklich so da steht oder die Google-Translation etwas durcheinander gebracht hat :-) )

Wo siehst Du Voodoo Press in fünf Jahren, in zehn Jahren?

Als willkommene Ergänzung zwischen anderen Verlagen.

Cover Voodoo DunkelhjeitHast Du ein paar ganz besondere Highlights im kommenden Jahr – persönliche Herzblutautoren/Bücher?

In jedem unserer Titel steckt viel Herzblut, da wird keiner ausgenommen.

Gibt es eine bisher nicht angekündigte Überraschung im Programm – und wenn ja, welche :-)

Würde ich das jetzt verraten, wäre es doch keine Überraschung mehr :-) Ich möchte mir meine Flexibilität nicht nehmen lassen, und regle viele Dinge anderes als es vielleicht erwartet wird. Ich hoffe man merkt, dass wir versuchen, sanft gegen den Strom zu schwimmen, und dass sich unsere Bücher von der breiten Masse abheben. Wir sind ein junges Team, haben junge Ansichten und junge Träume, wir wollen frischen Wind in die ganze Angelegenheit bringen. Bei uns werden Übersetzungen nicht beschönigt oder glattgebügelt, bei uns soll man noch den Autor schmecken! :-)

Eine spezielle Botschaft, die Du den Lesern zukommen lassen willst?


Ich möchte mich bei all unseren Lesern und zukünftigen Lesern herzlich bedanken. Ohne ihre positive Rückmeldung und Treue wäre die Führung eines Kleinverlages nicht möglich! Und da wir hier gerade die Chance haben :-) , mal nebenbei: Ein Verlag freut sich am meisten, wenn man direkt über die HP bestellt.

Cover Voodoo Herzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Voodoo Titel rezensiert:

Wayne Simmons: Grippe hier ->

Böhme/Mayer: Die Nacht der Herzen hier ->

Michael Knoke: Das Tal des Grauens hier ->

Bionda/Krug: Painstation hier ->

Kevin Shamel: Rotten Little Animals hier ->

Cover Voodoo Pfannkuchen

 

Cover Voodoo Wicked