Inhalt lt. Buch: Im freien Fall auf eine Asteroidenwelt zu stürzen ist nicht gerade erfreulich, wie Venera Fanning feststellen muss. Ganz auf sich gestellt ist sie nun auf einer der vielen Welten gelandet, die innerhalb der gigantischen Sphäre namens Virga mit ihren Tausenden von Sonnen schweben. Auf einer davon, auf Spyre, muss Venera sich jetzt durhschlagen. Wie sich herausstellt, ist das leichter gesagt als getan ...
Karl Schroeder: Säule der Welten
(OT: Queen of Candesce; 2007) Heyne 10/2010; ISBN 978-3-453-52692-1; 432 Seiten; Übersetzung: Irene Holicki; Covermotiv: Ioan Dumitrescu; Ausstattung: Taschenbuch
Sphären & Hohlwelten
Die Handlung dieses Buches setzt unmittelbar nach Planet der Sonnen, dem ersten Buch, ein. Wieder sind die Abenteuer in der gigantischen Sphäre von Virga angesiedelt. Diesmal rückt Venera Fanning, eine im ersten Buch nicht sonderlich sympathische Nebenfigur, ins Zentrum des Geschehens. Sie ist auf einer ihr unbekannten Welt von Virga gelandet und muss sehen, wie sie mit der dortigen, ziemlich eigenwilligen Zivilisation zurecht kommt.
Mit der knarrenden und knirschenden Welt Spyre hat Schroeder sein originelles Universum von Virga um eine bizarre Facette bereichert. Wie immer gibt es mehr Zusammenhänge zwischen den Dingen, als auf den ersten Blick erkennbar und natürlich spielen auch die physikalischen Gesetze und ihre merkwürdigen Folgen eine wichtige Rolle.
Diesmal macht den besonderen Reiz die klapprige, chaotische und unübersichtliche, von Zwängen und Engen beherrschte Welt Spyre aus, die als fragile, stets am Rande des Zerfalls taumelnde Welt geschildert wird. Die Verhältnisse auf dieser Welt sind genau so absurd und lächerlich wie glaubwürdig. Das ist ein sehr netter Trick.
Erholsamer Mangel an Steampunk
Schroeder bietet eine Sammlung von altmodischen Techniken auf unterschiedlichem Niveau, von barocken Gesellschaftssystemen und gewaltigen Errungenschaften wie künstlichen Sonnen. Immer wieder wird dabei die unvorstellbare Dimension der Sphäre Virga deutlich und die Frage – wie kann es dieses Ding geben. Das hier noch nicht bekannte Einflüsse eine Rolle spielen, schimmert immer wieder durch.
Die Romane präsentieren sich als komplexe Verwirrspiele von politischen Intrigen, die komplizierte Ketten von Handlungen und Manövern auslösen. Dabei vernachlässigt der Autor nie die Elemente Action und Abenteuer und treibt die Handlung voller erwarteter und unerwarteter Wendungen durch eigenwillige und zwiespältige Charaktere wie Venera Fanning voran.
Lesevergnügen
Action und Abenteuer, exotische Schauplätze, jede Menge Intrigen und Verwicklungen, die eine oder andere Grobheit, ein rundum vergnügliches Spektakel, das Appetit auf den Folgeband macht. Das zweite Buch baut ohne weitere Erklärungen auf dem ersten Band auf – das ist gut für Lesefluss und Tempo, aber einfach in die Serie einsteigen funktioniert nicht so einfach.
Virga ist eine ausgezeichnete Idee mit verdammt viel Potential und Möglichkeiten.
Kurz gesagt:
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originelles Abenteuer
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bizarr und aberwitzig
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macht Lust auf die folgenden Bände
Fazit: Sehr, sehr nette Serie
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