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[01/2011] Charles Stross: Du bist tot

Stross Tot Cover klInhalt lt. Buch: Wir schreiben das Jahr 2018. Das Zeitalter des Internet 3.0 ist angebrochen. Realität, Informations- und Spielewelten durchdringen einander auf völlig neue und umfassende Weise. Über moderne Smartphones und Computer ist man praktisch ständig mit dem Internet verbunden. Doch nicht nur die IT - und Unterhaltungsindustrie ist in der Zukunft angekommen - auch die Welt des Verbrechens hat sich grundlegend gewandelt. Als Sergeant Sue Smith zum Schauplatz eines Raubüberfalls gerufen wird, sieht zunächst alles nach einem ganz normalen Fall aus. Doch spätestens als ihr der völlig aufgelöste Marketing-Manager von Hayek Associates, der betroffenen Firma, eine Videoaufnahme zeigt, auf der eine Gruppe von Orks eine Bank in einer Fantasywelt überfallen und ausrauben, wird Sue Smith klar, dass dies kein gewöhnliches Verbrechen ist. Denn obwohl der Raubzug offenbar in einer Online-Spielewelt verübt wurde, geht der Schaden für Hayek Associates in Millionenhöhe. Je weiter Sue Smith ermittelt, umso mehr beschleicht sie die dunkle Ahnung, dass weit größere Interessen hinter den Überfall stecken, denn auch die internationalen Geheimdienste tummeln sich in der Grauzone zwischen Spiel und Wirklichkeit. Dann wird eines Tages der Manager von Hayek Associates tot aufgefunden, und zusammen mit der Wirtschaftsberaterin Elaine Barnaby und dem Spiele-Programmierer Jack Reed muss Sue Smith ein dichtes Geflecht aus Wirtschaftsspionage, Korruption und verdeckten Geheimdienstaktivitäten entwirren, um den Drahtziehern bei Hayek Associates auf die Spur zu kommen.

 

Charles Stross: Du bist tot

(OT: Halting State; 2007) Heyne Tb 09/2010; 544 Seiten; ISBN: 978-3-453-52687-7; Übersetzung: Uschi Kiausch; Ausstattung: Taschenbuch

Accelerando

Wenn ich mich dafür interessiere, wie sich Computer, Internet, Gesellschaft, virtuelle Realität und ähnliche Dinge realistisch gesehen weiter entwickeln könnten, dann bin ich bei Charles Stross verdammt gut aufgehoben. Nehmen wir Accelerando, dann bietet dieses Buch einen etwas weiten Blick in die Ferne, der aber durchaus nachvollziehbar erscheint. Auch Glashaus wirkt durchaus plausibel. Vorausgesetzt, die Menschheit schafft es überhaupt das kommende Jahrhundert halbwegs intakt zu überstehen.

Wenn ich die Dinge etwas näher bei mir verstehen will, dann lese ich am besten Du bist tot. Natürlich kann ich auch William Gibson lesen, der erklärt die Welt auch so wunderbar und ... oh. Sieh mal einer an. Am Cover des Buches, als Teil des coolen Titelbildes, findet man Charles Stross. Sowohl vorne wie hinten. Und hinten gezeichnet neben einem Zitat findet man auch ... William Gibson. Das ist sehr nett.

Digitale Virtuosität

Du bist tot ist ein extrem unterhaltsames Spiel in Buchform. Stross wechselt zwischen dem, was die Realität zu sein scheint und zwischen den virtuellen Welten der Spiele, vermengt beides immer wieder. Jedes Kapitel schildert die komplexe Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven und nicht immer ist das wie, was, wo, warum klar.

Quasi nebenbei nimmt er den aktuellen Stand der Technik, Soft- und Hardware aller Kategorien, baut ihn zu den derzeitigen theoretischen Entwicklungen aus und führt ihn von dort einen Schritt weiter. Er mischt auch politische Entwicklungen in die Handlung, baut nebenbei ein durchaus reales, aber recht bizarres Bild der Welt. Für technisch eher unbedarfte Leser gibt es genug Anhaltspunkte, was gemeint ist, ohne dabei die Geeks zu langweilen. Die geschilderten Spiele-Universen sind auch für Nicht-Spieler interessant und die Thematik des virtuellen Raubüberfalls hat was pervers realistisches an sich.

Funhouse

Aber in erster Linie will das Buch unterhalten und das tut es uneingeschränkt und gekonnt. Sehr gut geschrieben, verstrickte Handlungen, alles perspektivisch aufgepeppt durch die Augen der jeweiligen Protagonisten gesehen, liefert das Buch rundum wunderbares Entertainment. Ein intelligentes Lesevergnügen wie alle Science Fiction Romane von Charles Stross. Er ist, neben einigen anderen modernen Autoren, einer jener Schreiber, die Genreromane auch für Nicht-SF-Leser interessant und zugänglich machen.

Super!

Kurz gesagt:

  • höchst amüsant

  • sehr gut durchdacht und geschrieben

  • nachvollziehbare Science Fiction

Fazit: volle Ladung Vergnügen


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Stross Tot Cover gr.